Letztes Update am Do, 21.03.2019 15:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Boeing-Absturz - Piloten absolvierten vor Crash Training für 737 Max



Wien/Addis Abeba/Europa-weit (APA/dpa) - Vor dem Flugzeugabsturz in Äthiopien hat Ethiopian Airlines ihre Piloten nach eigenen Angaben ausreichend für das Fliegen mit der Boeing 737 Max 8 geschult. Die Piloten hätten das von Boeing empfohlene und von der US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte Übergangstraining von der Boeing 737 NG auf das Nachfolgemodell 737 Max vor dessen Flottenintegration absolviert, teilte die Fluggesellschaft mit.

Zudem seien die Piloten über die Richtlinien, die nach dem Absturz der Lion-Air-Maschine in Indonesien im Oktober von der FAA herausgegeben wurden, informiert worden. Ethiopian Airlines reagierte damit auf einen Bericht der „New York Times“, wonach der Pilot der Absturzmaschine kein Training im Flugsimulator für die Boeing 737 Max 8 absolviert haben soll. Die Zeitung stützte sich dabei auf der Airline nahe stehende anonyme Quellen. Die Fluggesellschaft nannte den Bericht „enttäuschend“ und fügte hinzu, dass der Flugsimulator für die 737 Max 8 nicht dafür ausgelegt war, die Probleme der inzwischen umstrittenen Steuerungssoftware MCAS zu simulieren.

Binnen weniger Monate waren zwei Maschinen dieses Boeing-Typs in Indonesien und Äthiopien abgestürzt. Dabei kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Bis zur genauen Klärung der Ursachen wurde ein Startverbot für die Serie 737 Max angeordnet. Erste Auswertungen von Daten hatten ergeben, dass es bei den Abstürzen Ähnlichkeiten gegeben haben könnte. Inzwischen wird die Zulassung der Jets durch die FAA mit großem Argwohn betrachtet. Skepsis ruft vor allem die Freigabe der Steuerungssoftware MCAS hervor, die laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle bei dem Absturz in Indonesien spielte und auch beim Crash in Äthiopien als mögliche Ursache in Betracht kommt.




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