Letztes Update am Do, 21.03.2019 17:01

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Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse an Anke Stelling



Leipzig (APA/dpa) - Anke Stelling hat am Donnerstagnachmittag für ihren Roman „Schäfchen im Trockenen“ den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Der Preis in der Sparte Sachbuch/Essayistik ging an Harald Jähner für „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955“. Die Sparte Übersetzung gewann Eva Ruth Wemme für die Übertragung von Gabriela Adamesteanus „Verlorener Morgen“ aus dem Rumänischen.

Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde zum 15. Mal verliehen. Er zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Er ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Für den Sieg gibt es in jeder Kategorie 15.000 Euro, die fünf Nominierten in jeder Sparte erhalten jeweils 1.000 Euro.

Anke Stelling erzählt in „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag) von der Mittvierzigerin Resi, die mit ihrer Freundesclique nicht mithalten kann und sich angesichts einer Wohnungskündigung mit der harten und enttäuschenden Wirklichkeit konfrontiert sieht. „In Anke Stellings Roman einer Aufsteigerin werden die starken Affekte - Wut, Zorn, Stolz - literarisch produktiv. Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend uneindeutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart“, hieß es von der Jury. Anke Stelling (geboren 1971 in Ulm) lebt als Autorin in Berlin. Sie hat ein Kinderbuch sowie sieben Romane, zwei davon gemeinsam mit Robby Dannenberg, verfasst. „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Stelling setzte sich gegen Kenah Cusanit („Babel“), Matthias Nawrat („Der traurige Gast“), Jaroslav Rudiš („Winterbergs letzte Reise“) und Feridun Zaimoglu („Die Geschichte der Frau“) durch. Im vergangenen Jahr hatte Esther Kinsky mit ihrem Buch „Hain. Geländeroman“ gewonnen.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik ging die Auszeichnung an Harald Jähner für das Werk „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955“. „Von Trümmern, Schwarzmärkten und „Persilscheinen“: Harald Jähner zeigt auf beeindruckende Weise, wie sich nach der „Stunde Null“ ein ganzes Land neu erfunden hat. Eine Zeitreise durch die deutschen Nachkriegsjahre, voller Anschauung und Empathie“, hieß es. Jähner ist Journalist und Kritiker und war bis 2015 Feuilletonchef der „Berliner Zeitung“. Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.

Den Preis für die beste Übersetzung erhielt Eva Ruth Wemme für die Übertragung des Werks „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu aus dem Rumänischen. „Rumäniens Höhenflüge und Abstürze im 20. Jahrhundert, gespiegelt in einem epischen Bewusstseinsstrom. Eva Ruth Wemme hat Gabriela Adamesteanus Hauptwerk aus dem Jahr 1973 mit großem Gespür für den lästerlichen Ton seiner Erzählerin Vica übersetzt“, hieß es von der Jury. Wemme arbeitet als Übersetzerin aus dem Rumänischen, Autorin, Regisseurin und Migrationsberaterin in Berlin.




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