Letztes Update am Do, 21.03.2019 21:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Die Golanhöhen - Von Israel annektiert, von Syrien weiter beansprucht



Jerusalem/Damaskus (APA/dpa) - Israel und Syrien streiten sich seit mehr als fünf Jahrzehnten um die Golan-Höhen. Im Sechstagekrieg 1967 hatte Israel das rund 1.150 Quadratkilometer große Plateau erobert und Ende 1981 einseitig annektiert.

Die UNO erklärte die israelische Annexion damals für nichtig. Das Gebiet ist militärstrategisch und wegen des Zugangs zu Wasserquellen bedeutsam. Dort leben unter anderem 25.000 Drusen, eine Religions- und Volksgruppe, die sich teilweise immer noch als Syrer sieht.

Im Yom-Kippur-Krieg 1973 konnte Syrien Teile der Golanhöhen kurzzeitig zurückerobern. Damaskus dringt auf eine Rückgabe des ganzen Gebiets im Rahmen einer Friedenslösung.

Seit 1974 überwacht eine UNO-Truppe auf den Golanhöhen die Einhaltung des Waffenstillstands. Jahrzehntelang nahmen auch Bundesheer-Soldaten an der Blauhelm-Mission teil. Im Juni 2013 beschloss Österreich den Abzug seiner rund 380 Soldaten von der Mission, nachdem es bei einem Grenzkontrollposten nahe der Stadt Quneitra zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kam.

Im Jahr 2018 waren schwere Vorwürfe gegen Bundesheer-Soldaten laut geworden. Einem von der Wiener Stadtzeitung „Falter“ veröffentlichten Video zufolge hatten österreichische Blauhelme im September 2012 auf den Golan-Höhen zugelassen, dass neun syrische Geheimpolizisten in den sicheren Tod fuhren. Sie hatten sie nicht vor einem Hinterhalt von Kriminellen gewarnt.

Die Blauhelme der UNDOF-Mission kontrollieren eine etwa 235 Quadratkilometer große Pufferzone zwischen Israel und Syrien. Nach den jüngsten UNDOF-Angaben waren zuletzt rund 1.000 Soldaten aus neun Ländern in der Region stationiert.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA578 2019-03-21/21:16




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