Letztes Update am Fr, 22.03.2019 08:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Credit-Suisse-Chef Thiam gehört zu Banken-Top-Verdienern in Europa



Zürich (APA/Reuters) - Der Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat trotzt Kurseinbruchs der Aktie im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient. Thiam bekommt Festgehalt und Bonus von insgesamt 12,7 Mio. Franken (11,2 Mio. Euro), wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der zweitgrößten Schweizer Bank hervorgeht.

2017 hatte der Druck von Großaktionären zu einem Rückgang der Gesamtvergütung auf 9,7 Mio. Franken beigetragen. Die Bezüge der gesamten zwölfköpfigen Geschäftsleitung kletterten 2018 um ein Drittel auf 93,5 Mio. Franken. Die Ausgaben für die Gehälter aller Mitarbeiter des Konzerns gingen dagegen um sieben Prozent zurück.

Größere Einbußen hatten die Credit-Suisse-Eigner zu verdauen. Der Aktienkurs der Bank brach im Jahresverlauf um 38 Prozent ein und wies damit die zweitschlechteste Kursentwicklung der europäischen Vergleichsgruppe auf, unterboten einzig von der Deutschen Bank. In dem ausgeklügelten Kompensationsmodell der Credit Suisse mussten die Manager deshalb Abstriche hinnehmen. Andere Kriterien wie die Über-Erfüllung der Sparziele sorgten aber dennoch für vollere Geldbeutel in der Führungsetage. 2018 schaffte Credit Suisse nach dem von Thiam angestoßenen dreijährigen Konzernumbau zudem erstmals seit 2014 einen Jahresgewinn.

Thiam gehört nun zu den bestbezahlten Bankchefs in Europa. Noch etwas mehr verdiente Sergio Ermotti. Der Chef des Erzrivalen UBS erhielt für 2018 Gehalt und Bonus von 14,1 Mio. Franken. Mit 4,6 Mio. Pfund (5,3 Mio. Euro) verdiente HSBC-CEO John Flint nicht einmal die Hälfte. Dabei fuhr die britische Großbank um ein Vielfaches mehr Gewinn ein als die Schweizer Institute. Zudem hat sich der HSBC-Aktienkurs 2018 besser entwickelt als der aller vergleichbaren europäischen Banken.

~ ISIN CH0012138530 WEB https://www.credit-suisse.com ~ APA085 2019-03-22/08:25




Kommentieren