Letztes Update am Fr, 22.03.2019 09:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuseeland-Terror - Islamische Staaten beraten über Anschlag



Christchurch (APA/AFP) - Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind am Freitag die Außenminister der islamischen Staaten in Istanbul zusammengekommen, um über Konsequenzen aus der Tat zu beraten. Neuseeland versichere den Muslimen, dass sie sich in seinem Land „sicher fühlen“ könnten, sagte Außenminister Winston Peters, der als Beobachter teilnah.

Ein australischer Rechtsextremist hatte vergangene Woche während des Freitagsgebets in zwei Moscheen in Christchurch 50 Menschen getötet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief daraufhin den Westen auf, mehr gegen Islamfeindlichkeit zu tun. Bei dem Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) soll insbesondere über Maßnahmen gegen Islamfeindlichkeit und den Kampf gegen den Terrorismus diskutiert werden.

Für Kritik sorgte in Neuseeland, dass Erdogan auf Kundgebungen vor den Kommunalwahlen am 31. März wiederholt Ausschnitte aus einem Video zeigte, das der Attentäter während der Tat aufgenommen hatte. Erst am Donnerstag ließ Erdogan die Sequenz erneut bei live im Fernsehen übertragenen Kundgebungen in Eskisehir und Kütahya auf einer Großleinwand neben der Bühne zeigen.

Bereits am Montag hatte Neuseelands Außenminister Peters die Verwendung des Videos im Wahlkampf verurteilt. Eine solche Politisierung des Massakers gefährde „die Sicherheit der neuseeländischen Bevölkerung“, kritisierte Peters. Auch die türkische Opposition warf Erdogan vor, die Mordtat für den Wahlkampf zu instrumentalisieren, um Stimmen zu gewinnen.

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Erdogans Äußerungen im Zusammenhang mit dem Anschlag haben auch zu Spannungen mit Australien geführt. Bei einer Feier zum Jahrestag der Schlacht von Gallipoli, in der 1915 auch tausende Australier und Neuseeländer gekämpft hatten, warnte Erdogan, sollten sie die Türkei noch einmal angreifen, werde die Türkei sie wie ihre Großväter „in Särgen zurückschicken“.

Australiens Regierungschef Scott Morrison nannte Erdogans Äußerungen „höchst beleidigend und fahrlässig“ und zitierte den türkischen Botschafter ins Außenministerium. Die australische Regierung rief zudem ihre Bürger bei Reisen in die Türkei zu Wachsamkeit auf. Zur Erinnerung an die Schlacht von Gallipoli reisen jedes Jahr tausende Australier und Neuseeländer am 25. April in die Türkei.

~ WEB http://www.oic-oci.org/ ~ APA111 2019-03-22/09:19




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