Letztes Update am Fr, 22.03.2019 12:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IGGÖ Bundesländer-Tour 2 - „Historisches Zusammentreffen“



Graz (APA) - Wie die Jüdische Gemeinde Graz mitteilte, haben Vural und Rosen in einem mehr als einstündigen Gespräch „wechselseitige Anliegen und virulente Themen“ erörtert: „Dabei kam nicht nur der in den jüngst veröffentlichten Studien hervorgehobene starke Antisemitismus unter den österreichischen Muslimen zur Sprache, sondern auch Themen wie Islamophobie, das politische Klima sowie Christchurch.“

Beide Seiten hätten das Gespräch - ein „historisches Zusammentreffen“ - als „überaus konstruktiv“ bezeichnet. Rosen, Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz, betonte, dass die Annäherung zwischen den Religionsgemeinschaften einen von Respekt geprägten Umgang erfordere. Dabei müsse auch von Achtung getragene Kritik Platz haben dürfen. Indem Ängste und Erwartungen offen formuliert werden können und vom Gegenüber auch ernst genommen werden, bestehe die Chance auf Nachhaltigkeit. Es käme nicht auf fromme Lippenbekenntnisse, sondern auf Taten an.

Der IGGÖ-Präsident habe erklärt, „dass Antisemitismus auch unter Muslimen in keinster Weise akzeptiert“ werden dürfe. Zwischen Juden und Muslimen bestünden auch viele Gemeinsamkeiten, die es zu betonen und vermitteln gelte. Der Austausch solle in Zukunft deutlich intensiviert werden. Im Anschluss an das Gespräch und dem Eintrag in das Goldene Buch der Jüdischen Gemeinde besuchte Vural mit seinem Mitarbeiterstab auch die Grazer Synagoge. Es war der erste Besuch des neu gewählten Präsidenten der IGGÖ in einer österreichischen Synagoge. An dem Treffen nahmen auch der Grazer Altbürgermeister Alfred Stingl (SPÖ) und der Vorsitzende der Muslime in der Steiermark, Ali Kurtgöz, teil.

Das Gespräch der muslimischen Delegation mit Bischof Wilhelm Krautwaschl und Markus Ladstätter, Vorsitzender der diözesanen Kommission für interreligiösen Dialog, hat kurz vor Mittag in den Amtsräumen des Bischofs rund eine Stunde gedauert.




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