Letztes Update am Fr, 22.03.2019 14:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


260 Organisationen unterstützen Kampagne für Urheberrechtsreform



Wien/Europa-weit (APA) - Rund 260 Medienunternehmen haben eine Initiative für die Urheberrechts-Reform unterzeichnet. In einem am Freitag veröffentlichten europaweiten Aufruf fordern sie eine faire Beteiligung am Geschäft mit den Inhalten, um damit ein reichhaltiges und vielfältiges Internet zu sichern, in dem Information und Kultur ihren festen Platz haben. Die Austria Presse Agentur (APA) gehört zu den Unterzeichnern.

Unter den Medienunternehmen befinden sich europäische Zeitungen, Verlage, Nachrichtenagenturen, Rundfunkanbieter, Produktionsfirmen und andere Medienschaffende. Aus Österreich gehören neben der APA auch die Herausgeber des „Standards“, Oscar Bronner, und des „Kuriers“, Helmut Brandstätter, zu den Unterzeichnern.

Das Europäische Parlament stimmt voraussichtlich am Dienstag (26. März) über die Urheberrechtsreform ab. „Diese Regelung, über die fast drei Jahre lang intensiv diskutiert wurde, würde sicherstellen, dass Medien und Künstler einen Teil der Online-Einnahmen aus ihren eigenen Arbeiten erhalten“, heißt es in dem Aufruf. Bisher hätten die US-amerikanischen Internet-Giganten den Löwenanteil dieser Gelder abgeschöpft. „Bei der Urheberrechtsrichtlinie geht es um viel - für die Presse, die Künstler, die Demokratie und die Kultur. Deshalb ziehen die großen Internet-Plattformen mit außergewöhnlichem Aufwand gegen sie zu Felde.“

Die Verabschiedung der Richtlinie sei eine Frage von Leben und Tod für die Medien und entscheidend für das Überleben vieler Künstler und Autoren. „Es ist auch eine Frage des Überlebens für ein reichhaltiges und vielfältiges Internet, in dem Information und Kultur ihren festen Platz haben.“

Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten hatten sich Mitte Februar auf die Urheberrechtsreform geeinigt. Die Einigung sieht ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage vor sowie in Artikel 13 deutlich mehr Pflichten zum Urheberrechtsschutz für Plattformen wie YouTube vor.

Kritiker fürchten, dass die Reform nicht nur die Plattformen treffe und die Vorgaben nur mit Upload-Filtern einzuhalten seien. Mit dieser Software könnten sie schon beim Hochladen überprüfen, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind. Dadurch droht nach Einschätzung der Kritiker eine Zensur des Internets.

Dazu heißt es in dem Aufruf laut Deutscher Presse-Agentur: „Eine Absurdität, wenn wir uns vor Augen führen, dass Journalisten den Kampf gegen die Zensur mit ihrem Leben bezahlt haben. Sollten tatsächlich Artikel oder Lieder aus dem Internet verschwinden, dann nur deshalb, weil die großen Plattformen dies so wollen.“

( S E R V I C E: Der Aufruf im Wortlaut: http://go.apa.at/9QG4jXct )

~ WEB http://www.europarl.europa.eu/portal/de ~ APA387 2019-03-22/14:44




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