Letztes Update am Fr, 22.03.2019 15:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Diagonale 2019: Pluch-Drehbuchpreis für „Murer“, Mayer-Preis für Lind



Graz/Wien (APA) - Beim Filmfestival Diagonale 2019 in Graz sind am Freitag die Drehbuchpreise verliehen worden. Den vom Bundeskanzleramt mit 12.000 Euro dotierten Thomas Pluch-Drehbuch-Hauptpreis bekam Christian Frosch für „Murer - Anatomie eines Prozesses“. Den von der Stadt Graz gestifteten Carl Mayer-Drehbuch-Hauptpreis (15.000 Euro) holte sich Jessica Lind für „Der Tag, an dem der Regen kam“.

Die Thomas Pluch-Preise für u.a. das beste Drehbuch eines abendfüllenden Kinospielfilms oder eines abendfüllenden Fernsehfilms ab 70 Minuten werden vom für Kunst & Kultur zuständigen Bundeskanzleramt gestiftet und sind insgesamt mit 22.000 Euro dotiert. In der Jury-Begründung zur Vergabe an „Murer“ hieß es u.a.: „Eine unglaublich dicht erzählte Geschichte, die in jedem Satz, jedem Dialog, jeder Beschreibung das Unfassbare nüchtern seziert. Es entfächert sich beim Lesen das ungeschönte Geflecht einer Gesellschaft und wie sie mit ihren Tätern umgeht oder eben nicht. ‚Murer‘ von Christian Frosch ist ein Drehbuch, das empört und fassungslos macht, weil es in immer neuen, überraschend grausamen Wendungen die Tatsache einer unglaublichen Schuld erzählt.“

Der mit 7.000 Euro dotierte Pluch-Spezialpreis der Jury ging an Gregor Schmidinger für das Drehbuch zu „Nevrland“. Den Preis für kurze oder mittellange Spielfilme (3.000 Euro) holte sich Albert Meisl für „Die Schwingen des Geistes“. In der Jurybegründung wurde u.a. angeführt: „Schmidinger erzählt handwerklich virtuos und in visuell starken Bildern die Geschichte des 17-jährigen Jakob, der mit plötzlich auftretenden Panikattacken zu kämpfen hat und zwischen einer surrealen, virtuellen und der realen Welt hin und her geworfen wird.“ Zum Preis für Meisl hieß es, das Buch sei voll von banal großartig grotesken Momenten, die „mit herrlich absurden Dialogen zu einem herzhaften Lachen verführen.“

Den Carl-Mayer-Hauptpreis für Jessica Linds Treatment „Der Tag, an dem der Regen kam“ begründete das Kulturressort der Stadt Graz u.a. so: „Der Autorin gelingt es, aus einem atmosphärisch dicht gestalteten Mikrokosmos große Themen unaufgeregt zu beschreiben.“ In dem Treatment geht es um den Umgang einer Mutter mit dem Tod ihrer Tochter und der Schwangerschaft ihrer jüngeren Schwester.

Den Förderungspreis der Stadt Graz - dotiert mit 7.500 Euro - konnte Ulrike Kofler für ihr Treatment von „Full House“ für sich verbuchen. Die Juroren urteilten u.a.: „Die neunjährige Gina tut alles, um das Familienleben aufrecht zu erhalten. Sie sorgt für ihre jüngeren Brüder, ihre Mutter trinkt, ist wieder schwanger und steht unter Kontrolle des Sozialamts. Als das Neugeborene einer Pflegefamilie zugewiesen wird, verlässt Gina die Kraft. Trotzdem gibt sie nicht auf. Neue Möglichkeiten zeichnen sich ab. Der Jury gefällt vor allem die sensible und authentische Schilderung aus der Perspektive der Neunjährigen.“

( S E R V I C E - Filmfestival Diagonale 2019 bis 24. März, nähere Info unter http://www.diagonale.at abrufbar)




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