Letztes Update am Sa, 23.03.2019 11:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Präsidentschaftskandidat: Keine schnelle Rückgabe der Krim an Ukraine



Kiew (APA/dpa) - Gut eine Woche vor der Wahl in der Ukraine dämpft Präsidentschaftskandidat und Komiker Wladimir Selenski Erwartungen an eine schnelle Rückgabe der Halbinsel Krim an die Ex-Sowjetrepublik. „Die Krim kehrt erst zurück, wenn es einen Machtwechsel in Russland gibt. Einen anderen Ausweg habe ich nicht“, sagte er dem ukrainischen Fernsehsender ICTV, wie lokale Medien am Samstag meldeten.

Präsident Petro Poroschenko hatte zuletzt versprochen, dass die Krim nach der Wahl so schnell wie möglich zur Ukraine zurückkehren werde. Selenski liegt in Umfragen bei der Präsidentenwahl am Sonntag (31. März) vorn. Eine Mehrheit hat er aber nicht. Poroschenko und die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko konkurrieren darum, gegen Selenski in die für April erwartete Stichwahl zu ziehen.

Russland hatte vor fünf Jahren die ukrainische Halbinsel annektiert, was von der EU und den USA als völkerrechtswidrig verurteilt wird. Deshalb sieht sich die Ukraine im Krieg mit Russland - auch wegen der Unterstützung von Separatisten in der Ostukraine durch Moskau. Die Amtszeit des russischen Präsidenten Wladimir Putin endet 2024.

Selenski sprach sich auch für Verhandlungen mit Russland und eine Friedensmission für den ostukrainischen Donbass aus. So sollten etwa auch die Pensionszahlungen wieder aufgenommen werden. Zudem wolle er um die Menschen in der Region kämpfen, damit sie wieder zur Ukraine zurückkommen wollten. In dem Krieg im Osten des Landes sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen seit 2014 gut 13.000 Menschen getötet worden.




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