Letztes Update am Sa, 23.03.2019 13:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fährunglück - Iraks Regierungschef fordert Entlassung von Gouverneur



Bagdad (APA/AFP) - Nach dem Fährunglück in der nordirakischen Stadt Mossul mit hundert Toten hat Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi die Ablösung des verantwortlichen Provinzgouverneurs gefordert. In einem Brief an den Parlamentspräsidenten schrieb der Ministerpräsident am Samstag, es gebe klare Beweise für „Veruntreuung öffentlicher Gelder und Misswirtschaft im Amt“.

Bei dem Unglück am Donnerstag waren hundert Menschen ums Leben gekommen, vor allem Frauen und Kinder. Die überladene Fähre war auf dem Fluss Tigris gesunken, als zahlreiche Menschen anlässlich des kurdischen Neujahrsfestes Newroz zu einem beliebten Picknick-Platz übersetzen wollten. Überlebende mussten danach in teils zerstörten Krankenhäusern behandelt werden, die während der dreijährigen Schreckensherrschaft der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bis 2017 in Mossul schwer beschädigt worden waren.

Die Bevölkerung wirft dem zuständigen Gouverneur der Provinz Ninive, Nawfel Akub, schon lange Korruption und Misswirtschaft vor. Es gibt großen Ärger darüber, dass der Wiederaufbau der Stadt nur langsam vorankommt. Als der Gouverneur am Freitag den Unglücksort besuchen wollte, wurde sein Konvoi mit Steinen beworfen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war die Fähre gekentert, weil sie völlig überladen war. Zudem war der Wasserstand des Tigris nach heftigen Regenfällen höher als gewöhnlich.

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