Letztes Update am So, 31.03.2019 12:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Poroschenko unterstreicht bei Stimmabgabe EU-Kurs der Ukraine



Kiew (APA/dpa) - Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko hat vor einer drohenden Niederlage bei der Präsidentschaftswahl das Land noch einmal auf einen prowestlichen Kurs eingeschworen. „Diese Wahl ist eine absolute Grundvoraussetzung für unsere Bewegung vorwärts“ zur Mitgliedschaft in EU und NATO, sagte er bei der Stimmabgabe in Kiew am Sonntag.

Im Wahllokal wurde er unter großem Sicherheitsaufgebot von seiner Frau, seinen Kindern und einem Enkel begleitet. Er hoffe, dass sein eingeschlagener Weg mit weiteren wichtigen Reformen in die europäische Familie erfolgreich sein werde. Es sei für ihn eine Schicksalswahl, sagte er.

Poroschenko, der bereits mehrfach die Idee eines Referendums für den Beitritt zu NATO und EU vorgebracht hatte, muss um seine Wiederwahl bangen; der politische Quereinsteiger Wolodymyr Selenskyj liegt in Umfragen deutlich vor dem Amtsinhaber. Mit Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko konkurriert Poroschenko demnach um den Einzug in die Stichwahl.

Auch Timoschenko betonte Sonntag früh im Wahllokal, dass das nach IWF-Statistiken ärmste Land Europas weiter nach Westen streben sollte. „Wir müssen einen Schritt hin zu einer erfolgreichen, blühenden, europäischen Ukraine vorangehen“, sagte die Politikerin, die von ihrem Mann begleitet wurde.

Insgesamt stehen 39 Kandidaten auf dem Stimmzettel, der somit eine Rekordlänge von 80 Zentimetern erreicht. Noch nie zuvor in der Geschichte der Ex-Sowjetrepublik hatten sich so viele Menschen für den Posten beworben. Rund 30 Millionen Ukrainer sind wahlberechtigt.

Selenskyj sieht die hohe Kandidatendichte bei der Präsidentenwahl in der Ukraine als Zeichen einer funktionierenden Demokratie. „Wir sind ein demokratisches Land. Je mehr Kandidaten, umso besser. Das bedeutet mehr Demokratie“, sagte der 41-jährige Favorit gut gelaunt bei der Stimmabgabe in Kiew. Er war mit seiner Frau Jelena ins Wahllokal gekommen, wo sich Dutzende Journalisten um den Kandidaten drängten.

„Heute beginnt ein neues Leben - ohne Korruption, ohne Schmiergeld“, sagte Selenskyj. Er glaube fest daran, mit seinem Team die Ukrainer überzeugt zu haben und die aller Wahrscheinlichkeit nach stattfindende Stichwahl zu erreichen. „Aber das allein entscheiden die Ukrainer.“

Selenskyj führt die Umfragen seit Wochen an. Kritiker werfen dem Schauspieler und Komiker politische Unerfahrenheit und Populismus vor. Er wurde mit einer Comedy-Serie beliebt, in der er den ukrainischen Präsidenten darstellt, der mit der korrupten Machtelite aufräumt.

(Alternative Schreibweise: Wladimir Selenski)

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA115 2019-03-31/12:48




Kommentieren