Letztes Update am So, 31.03.2019 16:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zehntausende bei Großdemo in Madrid gegen Landflucht in Spanien



Madrid (APA/dpa) - Mit einem Protestmarsch in Madrid haben Zehntausende Spanier am Sonntag auf das Problem der massiven Entvölkerung vieler Landesteile aufmerksam gemacht. An der Großkundgebung im Zentrum der Hauptstadt beteiligten sich Dutzende Verbände und Plattformen aus 23 Provinzen.

Die Organisatoren sprachen am Nachmittag von 100.000, die Behörden von 50.000 Demonstranten. Auf Transparenten war zu lesen: „Gleichheit für Dörfer und Städte!“ und „Spanien braucht das ländliche Leben.“

Regierungsangaben zufolge liegt die Bevölkerungsdichte in rund 48 Prozent aller spanischen Gemeinden bei weniger als 12,5 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das wird in der Europäischen Union als geringe Dichte mit Entvölkerungsrisiko eingestuft. Tausende Dörfer sind bereits gänzlich verlassen und stehen zum Teil zum Verkauf.

Zu der Kundgebung hatten die Plattformen Teruel existe und Soria Ya! aufgerufen, die seit Jahren versuchen, dem Problem entgegenzuwirken. Die Provinzen Teruel in Aragonien und Soria in Kastilien-Leon leiden besonders stark unter Landflucht. Soria Ya! hatte vor der Demo vorgerechnet, dass alle 89.000 Einwohner der Provinz ins Fußballstadion des FC Barcelona passen würden.

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Erst am Freitag hatte die sozialistische Regierung von Pedro Sanchez angekündigt, mit einer Notfallstrategie aus 70 verschiedenen Maßnahmen auf die Entvölkerung zu reagieren. Kritiker hatten daraufhin der Regierung vorgeworfen, ihr gehe es vor allem darum, vor der Parlamentswahl am 28. April Stimmen zu gewinnen - denn bei der Abstimmung spielt die Wählerschaft am Land eine Schlüsselrolle. Wichtige Punkte des Plans sind unter anderem eine bessere Internetanbindung im ländlichen Raum und die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten speziell für Jugendliche.




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