Letztes Update am So, 31.03.2019 17:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Papst verurteilt in Marokko Ausgrenzung von Minderheiten



Rabat/Vatikanstadt (APA/dpa) - Papst Franziskus hat in Marokko die Ausgrenzung von Minderheiten verurteilt und vor einer „kurzsichtigen, spalterischen Denkweise“ gewarnt. Bei der Abschluss-Messe am Sonntag vor Tausenden Gläubigen in der Hauptstadt Rabat äußerte das Katholiken-Oberhaupt den Wunsch, dass niemand in menschenunwürdigen Verhältnissen oder abgesondert leben müsse.

Die Lösung für Konflikte, die aus der Unterschiedlichkeit der Menschen entstehen, könne weder in erzwungener Einheit noch in der „stillen“ Ausgrenzung von Randgruppen liegen, sagte der Pontifex.

Im muslimischen Königreich Marokko sind die Katholiken selbst eine Minderheit. Sie machen nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung aus. Nach Veranstalterangaben nahmen rund 10.000 Menschen aus 60 Nationen an der Messe des Papstes teil. Auch wenn der Papst größere Massen gewöhnt ist, hatte der Vatikan zuvor von historischen Ausmaßen gesprochen. Es sollte die größte katholische Messe sein, die je auf marokkanischem Boden gefeiert wurde. Keine andere Messe fand an diesem Sonntag in Marokko statt.

Der Papst warnte in seiner Predigt auch vor Spaltung und Konfrontation. „Immer droht uns die Versuchung, Hass und Vergeltung als legitime Formen anzusehen, um Gerechtigkeit auf schnelle und wirksame Weise zu erreichen“, sagte er. „Die Erfahrung zeigt uns jedoch, dass der Hass, die Spaltung und die Vergeltung nur die Seele unserer Völker töten, die Hoffnung unserer Söhne und Töchter vergiften sowie all das zerstören und wegreißen, was wir lieben.“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren