Letztes Update am So, 31.03.2019 17:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ägypter Mustafa Said gewann ersten „Aga Khan Music Award“



Lissabon (APA) - Der Ägypter Mustafa Said ist der Hauptpreisträger bei den am Sonntagabend erstmals vergebenen „Aga Khan Music Awards“ in Lissabon. Der blinde Oud-Spieler, Komponist, Sänger und Musikologe gewann in der Kategorie „Performance“. Wie das Preisgeld von insgesamt 500.000 US-Dollar (rund 445.000 Euro) unter ihm und den weiteren Preisträgern aufgeteilt wird, wurde nicht bekannt gegeben.

Bereits im Vorfeld waren die Gewinner in weiteren sechs Kategorien bekannt gegeben worden. Mustafa Said hatte sich schließlich am Wochenende im Rahmen von Finalisten-Konzerten in der Kategorie „Performance“ gegen 13 weitere Musiker aus u.a. dem Iran, Pakistan oder dem Libanon durchgesetzt. Die Jury würdigte am Sonntag das Lebenswerk des 1983 geborenen Ägypters, der trotz seiner Blindheit zu einem angesehenen Musikwissenschafter und Komponisten wurde und im Rahmen seiner Archiv-Forschungen 500 historische orientalische Musikstücke zusammengetragen hat. Als Wissenschafter hat er mehrere Publikationen vorzuweisen, als Musiker tritt er weltweit auf Festivals auf. Seit 2010 ist er Direktor der „Arab Music Archiving and Research Foundation“ im Libanon.

„Ich hoffe, ich verdiene diesen Preis“, sagte Said in einer ersten Reaktion gegenüber der APA. Er sei „einfach glücklich“. Zu seiner außergewöhnlichen, entrückten Performance an der arabischen Laute befragt, verwies er darauf, dass die Musik „tief aus mir herauskommt“. Seine wissenschaftliche Arbeit inspiriere ihn zur Neuinterpretation historischer Werke, die er auch anderen Menschen zugänglich machen möchte. „Alte Musik ist nicht dazu da, um im Museum zu verstauben. Vielmehr sollte sie die Tore für Neues öffnen“, so Said zur APA.

Die weiteren Preisträger sind Franghiz AliZadeh („Music Creation“), das Omnibus Ensemble („Education“), Badiaa Bouhrizi („Social Inclusion“), Farhod Halimov und das „Gurminj Museum of Musical Instruments“ („Preservation, Revitalisation and Dissemination“), Oumou Sangare, Ballake Sissoko und Dariush Talai („Distinguished and enduring contributions to music“) sowie Mohammad Reza Shajarian („Patron‘s Award“).

Die heuer erstmals vergebenen und künftig triennal stattfindenden „Aga Khan Music Awards“ sollen laut seinem Stifter Karim Aga Khan IV - dem religiösen Führer der ismailitischen Nizariten - eine einzigartige Rolle einnehmen: Unter den vielen Preisen, die weltweit vergeben werden, beziehe sich derzeit keine einzige Auszeichnung konkret auf die vielen verschiedenen Musikrichtungen, die aus der islamischen Kultur hervorgegangen seien, heißt es in einer Broschüre zu den Auszeichnungen. Diese Musikrichtungen dienten jedoch als „Quelle der geistigen Erleuchtung, moralischen Inspiration und des sozialen Zusammenhalts“, wie es weiter heißt. „In einer Zeit, in der es weltweit zur Top-Priorität geworden ist, Toleranz und Vielfalt zu stärken.“

(S E R V I C E - 1. Aga Khan Music Awards, Infos unter www.akdn.org/akma)

(B I L D A V I S O - Fotos von den „Aga Khan Music Awards“ stehen unter https://www.dropbox.com/sh/tcs0z9uzkyvkrfo/AADD9jZuV52nF0wUWCYmK6U5a ?dl=0 zum Download bereit (Credit: AKMA/AKDN).)




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