Letztes Update am Mo, 01.04.2019 14:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oö. Umwelt-LR Anschober will Landstrom für Donau-Kreuzfahrtschiffe



Linz (APA) - Der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) will Landstromanschlüsse an allen Anlegestellen für die Kreuzfahrtschiffe an der österreichischen Donau. Damit könnte die Versorgung durch Dieselaggregate ersetzt und deren Emissionen verringert werden. Das Vorhaben präsentierte er in einer Pressekonferenz am Montag in Linz.

Anschober argumentiert mit einer neuen Luft-Studie über die Auswirkungen des vergleichsweise umweltfreundlichen Transportmittels Fluss-Schiffe auf der Donau in Oberösterreich. Demnach emittierten die fahrenden Schiffe im Jahr 2017 in Linz 211 Tonnen Stickoxide. Dies passiere in der Flussmitte. Die Belastung durch die Emissionen nehme mit der Entfernung von der Donau ab. Aber die rund 1.400 Schiffe an den Anlegestellen im Bereich der Nibelungenbrücke verbrauchten für ihre Stromversorgung mit Aggregaten rund 1,6 Millionen Liter Diesel und emittierten dabei 59 Tonnen Stickoxide. Eine ähnliche Berechnung wurde für die Anlegestellen in Engelhartszell gemacht. In Linz ist die Situation jedoch besonders kritisch, weil dort schon jetzt die vom Straßenverkehr stark belastete Messstelle Römerbergtunnel mit EU-Grenzwertüberschreitungen kämpft.

Jede mögliche, auch nur kleine Maßnahme zur Verringerung der Immissionen sollte vorgenommen werden, schlägt Anschober vor. Denn es sei zu erwarten, dass der Kreuzfahrt-Boom an der Donau weiter anhält. Deshalb sollten nach dem Vorbild von Passau in Bayern Landstromanschlüsse an den Anlegestellen errichtet werden. Dazu brauche es aber ein Bundespaket, damit kein Ausweichverkehr zu anderen Anlegestellen entstehe. Ihm sei bewusst, dass der Bau von Landstromanschlüssen einen „nicht geringen finanziellen Aufwand“ bedeute. Aber laut Anschober würden dazu bereits Gespräche mit den Betreibern der Anlegestellen laufen.

Die Ergebnisse der Studie Abteilung Umweltschutz des Landes Oberösterreich beruhen vorerst unter anderem auf der Schleusenstatistik sowie Daten der Schiffe auf der Donau. Mit ihnen wurde eine Ausbreitungsrechnung der Belastungen vorgenommen. Derzeit läuft eine einjährige Evaluierung, indem punktgenaue Daten aus Luftmessstationen an der Donau gesammelt werden.

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