Letztes Update am Mo, 01.04.2019 14:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Kulturschiene“ verringerte Konflikte am Salzburger Bahnhofsvorplatz



Salzburg/Wien (APA) - Die im Vorjahr erstmals von den ÖBB und der Stadt Salzburg veranstaltete Streetart-Initiative „Kulturschiene“ zur Belebung des Salzburger Hauptbahnhof-Vorplatzes geht 2019 in die Verlängerung. „Die Beschwerden über den Bahnhofsvorplatz sind drastisch zurückgegangen, und das Klima am Vorplatz hat sich wesentlich verbessert“, sagte Erich Pirkl, Geschäftsführer der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH.

Mehr als 40 Künstler haben den Südtirolerplatz im Jahr 2018 in 48 kostenlosen Veranstaltungen mit Musik, Zirkus und Tanz dauerhaft bespielt, von März bis September im Schnitt einmal in der Woche. Für das Jahres-Budget von 150.000 Euro werden auch heuer wieder je zur Hälfte die ÖBB und die Stadt aufkommen. Der Bahnhofsvorplatz ist nach einer teuren baulichen Umgestaltung in den 1990er Jahren neben einem Ort des Kommen und Gehens von Reisenden auch ein Treffpunkt von Menschen, die am Rande oder außerhalb der konsensualen Gesellschaft stehen. Mit der „Kulturschiene“ will man neben verordnungspolitischen und sozialen Maßnahmen die Probleme, auch was den Alkoholkonsum betrifft, besser in den Griff bekommen und den Platz aufwerten.

„Ohne Kooperation mit den ÖBB hätte es das Projekt nicht gegeben. Die Konflikte und Beschwerden sind generell zurückgegangen“, zog Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Montag eine positive Bilanz. Auch das Feedback der Kaufmannschaft aus der nahen Umgebung wie dem Forum 1 sei positiv. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg“, resümierte der Kulturressortchef. Mit dieser Kulturinitiative werde der Bevölkerung in der Elisabethvorstadt ein Kulturprogramm abseits der Salzburger Altstadt geboten. Heuer habe sich das Mozarteumorchester bereit erklärt, ein Konzert zu geben, sagte Auinger.

Der künstlerischer Leiter der „Kulturschiene“, Valentin Alfery, sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zur Integration. „Für uns war spürbar, dass die Leute, die permanent auf dem Platz sind, einen Schritt auf die Bevölkerung zugegangen sind.“ Die Stimmung auf dem Platz, der täglich von 25.000 bis 30.000 Personen frequentiert wird, sollte laut Alfery durch das Kulturprojekt verbessert werden. Um die Veranstaltungen noch angenehmer zu gestalten, werden heuer temporäre Sitzgelegenheiten, sogenannte „Enzis“, aufgestellt. Weiters werden 2019 die Programmpunkte vermehrt unter der Woche stattfinden, um auch Pendler anzusprechen.

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Für die ÖBB sei die „Kulturschiene“ ein mutiger Schritt gewesen und in der Form einzigartig, erklärte Pirkl. „Salzburg ist der zweitbeliebteste Bahnhof in ganz Österreich. Das ist ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Die „Kulturschiene“ habe durchaus Potenzial in anderen Städten. Die Stadt Wien habe bereits angefragt, allerdings könne das Projekt nicht eins zu eins auf eine andere Stadt kopiert werden, gab Pirkl zu bedenken.

Das Programm der „Kulturschiene“ bietet von April bis Juni 2019 einige Highlights wie den kostenlosen, dreitägigen Tanz-Workshop „Each One - Teach One Camp“ des Streetdance Centers Salzburg von 24. bis 26. Mai. Die Sommerszene Salzburg ist erstmals dabei: Die norwegische Künstlerin Ingri Fiksdal verwandelt den Bahnhofsvorplatz am 27. und 28. Juni mit „Diorama“ in eine sich ständig verändernde Skulptur aus Körpern und Objekten. Die Saison wird am 3. April um 16.00 Uhr von „Bye Maxene“ mit Swing-Klassikern und neu interpretierten Pop-Hits der Gegenwart eröffnet. Im November sowie von Jänner bis März legt die „Kulturschiene“ eine Pause ein.

~ WEB http://www.oebb.at/ ~ APA291 2019-04-01/14:18




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