Letztes Update am Mo, 01.04.2019 14:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess gegen Metro de Madrid wegen Asbesttodes von Mitarbeiter



Madrid (APA/AFP) - In Madrid hat am Montag der erste Prozess gegen den U-Bahnbetreiber wegen des mutmaßlichen Asbesttodes eines Mitarbeiters begonnen. Nach Angaben eines Gerichtsvertreters verlangen die Hinterbliebenen des Toten 400.000 Euro Entschädigung sowie die gerichtliche Bestätigung, dass er der Asbestverseuchung am Arbeitsplatz zum Opfer gefallen sei.

Der 60-Jährige war am vergangenen Jahr an Asbestose gestorben, einer durch das Einatmen von Asbeststaub verursachten Lungenkrankheit, die langfristig zum Lungenkrebs führt. Nach Angaben des Asbestopfer-Verbands hatte der Mann mehr als drei Jahrzehnte im Wartungsdienst gearbeitet und dabei Teile repariert, die Asbestfasern enthielten. Das gesundheitsschädigende Dämmmaterial wurde lange Zeit vor allem beim Bau verwendet, ist aber inzwischen in vielen Ländern verboten - so auch in Spanien seit 2002.

Madrids U-Bahnbetreiber wird vorgeworfen, nichts zum Schutz seiner Mitarbeiter unternommen zu haben, obwohl er spätestens seit 1991 über die Asbestgefahren in seinem Netz informiert gewesen sei. Spanischen Medienberichten zufolge sind zwei Angestellte inzwischen gestorben, bei zwei weiteren wurde ihr Leiden als Berufskrankheit anerkannt.

Laut der Gewerkschaft CCOO kam der Untersuchungsausschuss des Madrider Regionalparlaments im Februar zu dem Schluss, dass die Verantwortlichen der Metro de Madrid über Jahre hinweg „fahrlässig“ gehandelt und die Gefahren verschwiegen hätten. Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 107.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des fortwährenden Kontakts mit Asbest am Arbeitsplatz.

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