Letztes Update am Mo, 01.04.2019 15:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rassismus-Vorwurf um Schulbusfahrt in Wels



Wels (APA) - Die Polizei in Wels ermittelt in einem Streit um eine Schulbusfahrt. Weil der Fahrer einen dunkelhäutigen 14-jährigen Schüler am vergangenen Freitag nicht mitnehmen wollte, nahm ihm dessen älterer Bruder den Startschlüssel weg. Daraufhin waren rund 70 Jugendliche in dem Fahrzeug eingesperrt. Das berichtete die oberösterreichische Polizei am Montag. Die Mutter der Burschen erhob Rassismus-Vorwürfe.

Den vom Fahrer telefonisch zu Hilfe gerufenen Polizeibeamten schilderte der 64-Jährige, er habe am Freitag um 6.30 Uhr früh die Kinder einsteigen lassen, um sie zur Schule zu bringen. Sie seien ihm teilweise bekannt. Unter ihnen habe sich auch ein 14-Jähriger befunden, der in den Tagen zuvor unangenehm aufgefallen sei, zudem habe er seinen Fahrausweis nicht vorweisen können. Deshalb habe er ihm an diesem Tag die Mitnahme verweigert. Als der 22-jährige Bruder in den Bus gestiegen sei, habe er dies auch ihm gesagt.

Bei der Ausfahrt aus der Haltestelle habe der ältere Bruder plötzlich in das Lenkrad gegriffen, den Startschlüssel aus dem Zündschloss gezogen und ihn zur vorderen Einstiegstür geworfen. Dann habe er sich zwischen den Buslenker und die Tür gestellt, um zu verhindern, dass der Fahrer an den Schlüssel gelangt. Deshalb habe er die Polizei gerufen.

Weil sich die Türen nur bei eingeschalteter Zündung öffnen lassen, mussten rund 70 Schulkinder im Bus auf das Eintreffen der Polizei warten. Als der 22-Jährige die Beamten bemerkte, hob er den Schlüssel auf und gab ihn dem Lenker. Um 6.45 Uhr konnten die Jugendlichen den Bus verlassen. Die Polizei nahm den Sachverhalt und die Daten der Beteiligten auf, sie kündigte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft an.

Die Mutter des 14- und des 22-Jährigen berichtete in einem sozialen Netzwerk über den Konflikt und forderte „Gleichberechtigung egal welche Hautfarbe sollte doch ihre volle Bedeutung haben.“ Ihr Vorwurf: „Rassismus herrscht noch stark und darf aber nicht sein“.




Kommentieren