Letztes Update am Mo, 01.04.2019 16:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitslosigkeit auf 7,4 Prozent gesunken



Wien (APA) - Die Arbeitslosenrate ist im März weiter zurückgegangen und betrug nach heimischer Berechnung 7,4 Prozent. 368.979 Menschen waren ohne Beschäftigung, davon 304.411 arbeitslos und 64.568 in Schulung, teilte das Arbeitsmarktservice (S) am Montag mit. Das waren um rund 29.500 Betroffene (7,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Die gute Beschäftigung am Bau trug zum Rückgang spürbar bei.

Die Arbeitslosigkeit sank bei Männern stark und stieg bei Frauen leicht. Auch bei Ausländern gab es einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, der Rückgang kam zur Gänze Inländern zu gute. Die Arbeitslosigkeit sank bei Jugendlichen um 8 Prozent, bei Menschen über 50 um 1,3 Prozent. Mit Ausnahme Vorarlbergs (+0,8 Prozent) ging die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern zurück, in der Steiermark und im Burgenland um jeweils rund 12 Prozent, in Wien um 1,4 Prozent.

Wien hat auch im März einen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen können. 118.794 Personen und damit um 1,4 Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2018 waren als arbeitslos vorgemerkt. Gleichzeitig sank die Zahl der Schulungsteilnehmer um 22 Prozent auf 26.189. In Summe waren somit um 5,9 Prozent weniger Wiener ohne Job als vor einem Jahr.

In der Eurozone liegt die saisonbereinigte Arbeitslosenrate - für Februar - weiter auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2008. Die Quote betrug im Februar unverändert gegenüber Jänner 7,8 Prozent. In der gesamten EU lag die Arbeitslosigkeit unverändert bei 6,5 Prozent. Österreich ist mit 5,0 Prozent auf Rang 13 in der EU.

NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker forderte „eine sinnvolle Reform unseres Systems der Sozialen Sicherheit“ noch bevor die Konjunktur ganz einbricht. Loacker plädierte für eine Zusammenführung der Notstandshilfe und der Mindestsicherung in ein System: „Die aktuelle Debatte rund um die Reform der Mindestsicherung bietet die Möglichkeit, Langzeitarbeitslosigkeit langfristig entschieden entgegenzutreten und dafür zu sorgen, dass die Chancen für langzeitarbeitslose Menschen am Arbeitsmarkt steigen.“

Auf Arbeitgeberseite freute sich Martin Gleitsmann, Arbeitsmarktexperte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), über die steigende Beschäftigung. Problematisch sei, dass bei 370.000 Beschäftigungslosen Betriebe offene Stellen nicht immer nachbesetzen könnten. „Wir müssen daher Angebot und Nachfrage besser zusammenbringen und möglichst bald Reformschritte am Arbeitsmarkt setzen“, so Gleitsmann. Der Arbeitskräftemangel dürfe kein weiteres Wachstumshemmnis bei nachlassender Konjunktur sein.

Arbeiterkammer-Ökonom Markus Marterbauer wiederum forderte ein Konjunkturpaket, das noch vor Sommer beschlossen werden solle. Denn der Aufschwung, der von Mitte 2015 bis Mitte 2018 gedauert habe, sei nun vorbei. Der Schwerpunkt müsse Qualifizierung, Investitionen in Klimaschutz und Ausbau der sozialen Dienste sein, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern und den Wohlstand zu erhöhen.




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