Letztes Update am Mo, 01.04.2019 16:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hilfspfleger wegen sechsfachen Mordes in München angeklagt



München (APA/AFP) - Die Staatsanwaltschaft München hat einen Hilfspfleger wegen sechsfachen Mordes angeklagt. Außerdem werfen die Ermittler dem im Februar 2018 festgenommenen 37-Jährigen Diebstahl, Raub mit Todesfolge, versuchten Mord, Betrug und gefährliche Körperverletzung vor, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte. Der aus Polen stammende Mann soll die Taten an seinen Patienten begangen haben.

Er arbeitete nach Vermittlung von Agenturen in ganz Deutschland. Er spritzte seinen Patienten laut den Ermittlungen wiederholt medizinisch nicht notwendiges Insulin, was teilweise zum Tod der Patienten führte. In anderen Fällen überlebten Patienten nur wegen umgehender ärztlicher Behandlung. Den Ermittlern zufolge durchsuchte der Angeschuldigte in den meisten Fällen die Wohnungen seiner Patienten nach Wertgegenständen und stahl sie, weshalb unter anderem das Mordmerkmal der Habgier erfüllt sei.

Der nach dem Tod eines 83-Jährigen überführte Pfleger gestand in seinen Vernehmungen die Insulingabe, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Zur Aufklärung seiner Taten ermittelte die Staatsanwaltschaft 69 Einsatzorte des Angeschuldigten in ganz Deutschland. Die Morde soll er in Bayern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg verübt haben. Auch in Nordrhein-Westfalen und Hamburg soll er laut der 366 Seiten umfassenden Anklageschrift Straftaten begangen haben.

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