Letztes Update am Mo, 01.04.2019 18:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Geldmarkt sieht Zehn-Prozent-Chance für EZB-Zinssenkung bis Ende 2019



London/Frankfurt (APA/Reuters) - Investoren am Geldmarkt halten inzwischen eine Zinssenkung der EZB in diesem Jahr für möglich. Sie taxieren derzeit die Wahrscheinlichkeit auf zehn Prozent, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bis zu ihrer Zinssitzung im Dezember 2019 mindestens einmal Schlüsselzinsen senkt.

Die Wahrscheinlichkeit wird damit zwar noch als gering eingestuft. Aber es zeigt sich, wie stark sich die Zinserwartungen am Geldmarkt mittlerweile verändert haben. Noch voriges Jahr waren dort Anleger für 2019 fest von einer Erhöhung ausgegangen.

Geldmarkt-Investoren stützen ihre Erwartung auf die jüngste Kursentwicklung von Finanzinstrumenten. Dabei achten sie vor allem auf die Futures auf den Interbanken-Zins Eonia am 12. Dezember 2019, dem Tag der EZB-Zinssitzung. Das sind Wetten auf den Stand des Satzes zu diesem Zeitpunkt. Im Eonia-Zins spiegelt sich wider, zu welchem Preis sich Banken untereinander über Nacht Geld ausleihen. Aus der Differenz zwischen dem aktuellen Satz und den Futures leiten Geldmarkt-Experten Wahrscheinlichkeiten für Zinsschritte der Notenbank ab.

Die EZB hatte vor wenigen Wochen wegen der Konjunkturabkühlung im Euroraum die geplante Zinswende nach hinten verschoben. Inzwischen wollen die Währungshüter ihre Leitzinsen noch bis mindestens zum Jahresende nicht antasten - zuvor galt dies noch bis zum Ende des Sommers. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Institute mit Geld liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

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