Letztes Update am Di, 02.04.2019 12:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mit Skischuhen getreten und verletzt: Prozess in Salzburg



Salzburg/Dorfgastein (APA) - Eine Rangelei mit einem Verletzten beim Einsteigen in einen Skibus in Dorfgastein (Pongau) hat am Dienstag zu einem gerichtlichen Nachspiel geführt. Ein 33-Jähriger soll am 20. Februar einen am Boden liegenden 17-Jährigen mit Skischuhen gegen den Kopf und gegen den Körper getreten haben. Dem Anwalt aus Russland wurde versuchte, absichtlich schwere Körperverletzung vorgeworfen.

Das Opfer erlitt laut Anklage eine Gehirnerschütterung, eine Verschiebung des zweiten Halswirbels, Prellungen und Abschürfungen. Zeugen zufolge soll der Beschuldigte den Burschen zu Boden gestoßen und auf ihn mit seinen Skischuhen mehrmals eingetreten haben. Der 17-Jährige hatte im Ermittlungsverfahren zu Protokoll gegeben, dass er bewusstlos geworden sei.

Die Verteidigerin erklärte heute vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Daniela Meniuk-Prossinger) am Landesgericht Salzburg, dass sich ihr Mandant der Körperverletzung schuldig bekenne, nicht aber der versuchten, absichtlich schweren Körperverletzung. Es habe ein Gedränge gegeben und die Stimmung sei nach dem Skitag hitzig gewesen. „Der Angeklagte hat eine Sekunde lang einen Riesenfehler gemacht. Es tut ihm leid.“

Der bisher unbescholtene Vater eines zwei Monate alten Kindes wurde nach dem Vorfall in Untersuchungshaft genommen. Er habe nur das „Geschubse und Gedränge“, das andere begonnen hätten, beenden wollen, sagte er zur Richterin. Jemand habe ihm von hinten einen Schlag gegen den Hinterkopf versetzt. Er nehme an, dass der Schlag von dem 17-Jährigen gekommen sei. Als Reaktion darauf habe er ihm einen Fußtritt verpasst. „Ich hatte nicht das Ziel, einen Schaden anzurichten. Ich wollte nur das Gedränge beenden“, übersetzte eine Dolmetscherin seine Angaben.

Vermutlich sollte noch heute ein Urteil gesprochen werden.




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