Letztes Update am Di, 02.04.2019 12:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Versuchte Erpressung am Telefon führte zu Polizeieinsatz in Tirol



Leutasch (APA) - Eine versuchte Erpressung hat am Montag in Tirol mit einem Polizeieinsatz geendet. Ein unbekannter Anrufer hatte von einem älteren Mann einen hohen Geldbetrag gefordert, berichtete die Polizei. Als dieser der Aufforderung nicht nachkam, rief der Unbekannte bei der Polizei an, gab sich als der ältere Herr aus und behauptete, seine Frau getötet und eine weitere Person in seiner Gewalt zu haben.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte der ältere Mann aus Leutasch (Bezirk Innsbruck-Land) von einer unbekannten ausländischen Nummer einen Anruf auf seinem Handy erhalten. Eine computerverzerrte Stimme forderte die Überweisung eines hohen Geldbetrags, da sonst etwas „Fatales“ passieren werde, drohte die Stimme. Am Nachmittag erhielt der Mann einen weiteren Anruf, dieses Mal per Whatsapp, und als Anrufer schien die Telefonnummer seines Sohnes auf, in der Leitung war jedoch erneut der Unbekannte, der wiederum den gleichen Geldbetrag forderte.

Am späten Abend folgte schließlich der dritte Anruf, dieses Mal jedoch auf die Festnetznummer des Mannes. Der Anrufer nannte dabei Details aus dem Leben des Angerufenen, um seiner Geldforderung Nachdruck zu verleihen, und sagte gleichzeitig dem Mann, dass gleich die Polizei vor der Tür stehen werde. Kurz darauf rief offenbar der gleiche Unbekannte bei der Polizei an, gab sich als der ältere Herr aus und behauptete, dass er soeben seine Frau getötet habe und eine weitere Person in seiner Gewalt habe. Außerdem sagte er, dass er im Besitz einer Waffe sei.

Da die Polizei davon ausgehen musste, dass der Anrufer die Wahrheit sagte, sei ein umfangreicher Polizeieinsatz ausgelöst worden. Als Beamte der Verhandlungsgruppe schließlich Kontakt mit dem älteren Herrn aufgenommen hatten, stellte sich heraus, dass alles in Ordnung und der Anruf fingiert war.

Woher der Täter die Details über die persönlichen Lebensumstände des Opfers wusste und insbesondere wie er den Anruf mit der Telefonnummer des Sohnes generieren konnte, war noch Gegenstand von Ermittlungen. Die Exekutive riet, in derartigen Fällen keinesfalls auf die Forderungen der Anrufer einzugehen, keine persönlichen Details bekannt zu geben und unverzüglich die Polizei zu verständigen. Zudem sollte der Zugriff von Programmen und Apps auf Kontaktdaten sehr restriktiv gehandhabt werden.




Kommentieren