Letztes Update am Di, 02.04.2019 13:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jeunesse feiert 70-Jahr-Jubiläum: Neue Zyklen, Flatrate und eine Card



Wien (APA) - Nicht nur mit einem Jubiläumskonzert, sondern mit einer ganzen Jubiläumswoche sowie einem eigenen Jubiläumszyklus feiert die Jeunesse in der kommenden Saison ihren 70. Geburtstag. Die künstlerische Leiterin Antonia Grüner hat am Dienstag das Programm der Spielzeit 2019/20 vorgestellt. Neu sind unter anderem der Familienzyklus „Das klingende Wohnzimmer“ sowie das „Featured Ensemble“.

„Junge Menschen für Musik zu begeistern und sie sowohl als Publikum zu gewinnen als auch junge Musiker zu fördern, war 1949 der Gründungsgedanke von Jeunesse“, erinnerte Grüner an die Anfänge vor 70 Jahren. Im Rahmen des Jubiläums will man daher „sowohl die Geschichte aufgreifen wie auch in die Zukunft blicken“ und hat einen Mix aus „All-Stars“ und jungen Talenten „der nächsten und übernächsten Generation“ zusammengestellt. So bietet die kommende Saison rund 600 Veranstaltungen, davon die Hälfte für Kinder und Jugendliche. Unter den 41 Zyklen finden sich sieben neue Abonnements: Neben „Happy Birthday, Jeunesse!“ mit Konzerten von u.a. Alfred Brendel und dem Simply Quartet, den Strottern oder dem Ensemble Federspiel setzt man mit „Amerika!“ auf Musik von Brasilien bis Kanada, „Discover Vienna“ führt das Publikum nicht nur in die berühmten Konzertsäle der Stadt, sondern erkundet auch neue Locations. „4up“ nennt sich das „Wahlabo nach individuellem Geschmack“, womit man dem Umstand Rechnung tragen möchte, dass junge Menschen oft nicht mehr lange vorausplanen möchten, wie Grüner ausführte.

Am Beethoven-Jahr 2020 beteiligt sich die Jeunesse u.a. mit einem Konzert des Berliner STEGREIF.orchesters unter dem Titel „#Free Europe“ im Reaktor (10. Mai 2020), das Volkslieder aus Europa mit Elementen der 9. Symphonie kombiniert. Auch im Rahmen des Jubiläumskonzerts am 19. September, das von Markus Poschner im Musikverein dirigiert wird, steht Beethoven mit der Leonoren-Ouvertüre neben Werken von Leonard Bernstein und der extra in Auftrag gegebenen Geburtstagsfanfare des Ensembles Federspiel auf dem Programm. Nach diesem Auftakt bietet der Jubiläumszyklus u.a. Schuberts Streichquartett G-Dur D mit Alfred Brendel und dem Simply Quartet, Wienerlieder 4.0 von den Strottern oder „CrossaNova“ mit Werken von u.a. Kurt Schwertsik, Julia Lacherstorfer oder Ivan Eröd. In der Jubiläumswoche (16. bis 22. November) sind Highlights aus den Kinder- und Jugendproduktionen zu erleben. Der Jeunesse-Tag in der Brotfabrik Wien bietet schließlich am 23. November bei freiem Eintritt zahlreiche Kurzkonzerte von Klassik über Folk und Pop bis zu Neuer Musik.

In der Musikvermittlung kommt neben bewährten Abos wie „Cinello“ oder „Triolino“ der neue Zyklus „Das klingende Wohnzimmer“ für Kinder von 1 bis 12 Jahren hinzu. Den Auftakt macht die märchenhafte Erzählung „Die Steinsuppe“ im Reaktor, Thema sind Vorurteile, Angst und Solidarität, wie es im Programm heißt. Es folgen „Die Blumengeschichte“, „Frau Dr. Trallala“ und „Über‘s Fürchten“. Als „Featured Artist“ für die kommende Saison wurde der Violinist Benjamin Herzl gewählt, der in zahlreichen Konzerten auf der Bühne stehen wird. Erstmals gibt es mit dem Trio Artio auch ein „Featured Ensemble“.

Neu sind neben den bereits genannten Zyklen auch zeitgemäße Wege, das Publikum stärker zu binden: Mit der „Jeunesse Card“ (45 Euro/Saison) gibt es neben Ermäßigungen auf ausgewählte Abos und Konzertkarten auch exklusive Vorkaufsrechte. Für junge Menschen bis zum vollendeten 26. Lebensjahr wird der „Boarding Pass“ (26 Euro/Saison) aufgelegt, mit dem man für 7 Euro Konzert-Tickets in der besten verfügbaren Kategorie erhält oder einen gratis Stehplatz beanspruchen kann. Für dieselbe Zielgruppe gibt es auch eine Flatrate für 16 Abonnements. Neben „4up“ gibt es auch „7up“: Mit den Konzertschecks können entweder vier oder sieben Konzerte besucht oder gleich die ganze Familie zu einem Konzert mitgebracht werden. Im „Surprise“-Abo gibt es 23 Konzertvorschläge vom Orchesterkonzert bis hin zu Jazz und World Music.

Wie die kaufmännische Geschäftsführerin Alexandra Jachim ausführte, beläuft sich der Jahresumsatz der Jeunesse auf 3,6 Mio. Euro bei einem Eigendeckungsgrad von 64 Prozent, der Rest stammt aus Bundes-, Landes- und Gemeindesubventionen sowie Sponsoren. Die Auslastung beträgt 85 Prozent, bei Kinder- und Jugendkonzerten sind es 88 Prozent. 250 der 600 Veranstaltungen finden in den Bundesländern statt und werden von den insgesamt 21 Geschäftsstellen in ganz Österreich organisiert.

(S E R V I C E - www.jeunesse.at)




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