Letztes Update am Di, 02.04.2019 14:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lopatka-Prozess in Graz 2 - Zweite Tochter befragt



Graz (APA) - Am Nachmittag erfolgte die abgesonderte Befragung einer zweiten Tochter des angeklagten Arztes. Die 30-Jährige zeigte eine etwas distanziertere Haltung gegenüber den Taten, die der Staatsanwalt ihrem Vater vorwirft. Die Selbstmordversuche hatte sie offenbar nicht so ernst genommen wie ihre Schwester: „Mit der Zeit stumpft man ab“, erklärte sie.

„Fast jeden Tag hat ein Kind in der Früh geweint“, schilderte die 30-Jährige die häusliche Szenerie. Sie habe immer eine „panische Angst“ gehabt, „man hat nie gewusst, wen er als nächstes zum Heulen bringt“. Ihr Vater habe sie als „fett und hässlich bezeichnet“ und immer wieder gemeint, wie „total schiach ich mit meiner Zahnspange bin“. „Warum sagt man das als Vater?“, fragte der Richter. „Weil es ihm Spaß macht.“ Er sei immer „gewissenlos mit Menschen umgegangen, er hat Spaß daran, andere zu demütigen und zu quälen“.

Im Sommer wollte sie als Mädchen gar nicht zum Essen mit der Familie gehen. „Ich bin mir zu hässlich vorgekommen für meine Familie“, meinte sie.

Die Selbstmorddrohungen des Vaters sah sie gelassener als ihre beiden bisher befragten Geschwister. „Ab ungefähr 17 habe ich gedacht, das sind nur Drohungen, damit wieder alles nach seinem Kopf geht.“ Insgesamt sei Lopatka „ein schlechter Vater“ gewesen: „Man hat gemerkt, das er einen nicht mag und froh wäre, wenn man nicht da wäre. Man hatte das Gefühl, man ist lästig und kostet nur Geld.“

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Der Prozess wird am 16. April mit der Befragung der dritten Tochter und der Mutter fortgesetzt.




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