Letztes Update am Di, 02.04.2019 19:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Explosion in russischer Militärakademie forderte vier Verletzte



St. Petersburg (APA/AFP/dpa) - Bei einer Explosion in einer Militärakademie in St. Petersburg sind vier Menschen verletzt worden. Ein unbekannter Sprengkörper sei am Dienstag explodiert, zitierten russische Nachrichtenagenturen das Verteidigungsministerium. Die Behörden nahmen Ermittlungen wegen versuchten Mordes auf. Auch ein Anschlag wurde zunächst nicht mehr ausgeschlossen.

Vermutlich sei am Dienstag eine zu Lehrzwecken verwendete Panzermine in die Luft geflogen, meldeten lokale Medien. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Das Verteidigungsministerium machte bis zum Abend keine Angaben, was genau explodiert war. Der Vorfall ereignete sich gegen 13.30 Uhr in einem Verwaltungsgebäude der Moschaiski-Akademie im Stadtzentrum. Die Verletzten schwebten demnach nicht in Lebensgefahr.

„Alle sind am Leben: Drei Menschen wurden verletzt“, sagte der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, vor Journalisten. Ein viertes Opfer sei „leicht verletzt“. Die Behörden leiteten eine Untersuchung wegen Mordversuchs ein. Sie gehen derzeit offenbar nicht von einem terroristischen Hintergrund aus, obwohl Russland seit seiner Militärintervention in Syrien im Jahr 2015 mehrfach Terrordrohungen erhalten hatte.

Sicherheitskräfte sperrten am Dienstagnachmittag den Zugang zur Akademie, wie eine AFP-Reporterin vor Ort berichtete. Medienberichten zufolge war eine Gruppe von Sprengstoffexperten vor Ort, um die Akademie zu durchsuchen.

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Der Sprengsatz sei in einem Klassenraum im ersten Stock explodiert und habe eine Treppe zerstört, berichtete die Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf Sicherheitskräfte. Rund 20 Kadetten hätten im dritten Stock festgesteckt.

Im April 2017 ereignete sich in St. Petersburg einer der verheerendsten Anschläge der vergangenen Jahre auf russischem Boden: Bei einer Bombenexplosion in einer U-Bahn starben 15 Menschen, knapp 70 wurden verletzt. Der mutmaßliche Attentäter, ein 22-jährige Kirgise, wurde bei der Explosion getötet. Am Dienstag begann der Prozess gegen elf mutmaßliche Komplizen. Die 1712 gegründete Moschaiski-Akademie ist eine der ältesten Militärakademien Russlands. Mehr als 2000 Kadetten werden dort ausgebildet.




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