Letztes Update am Mi, 03.04.2019 11:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rugby: Keine „Crusaders“ mehr - Team aus Christchurch auf Namenssuche



Christchurch (APA/dpa) - Das Rugby-Team von Neuseelands drittgrößter Stadt Christchurch denkt vor dem Hintergrund des Anschlags auf zwei Moscheen im vergangenen Monat über eine Umbenennung nach. Der Club ist der Meinung, dass der Name „Crusaders“ („Kreuzritter“) sowie das Logo des Teams nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit 50 Toten nicht mehr angemessen ist.

Vereinschef Colin Mansbridge sagte, man werde die Frage „extrem ernsthaft“ prüfen. Mit der Suche nach einem neuen Namen wurde bereits ein Unternehmen von außerhalb beauftragt.

Wegen des Anschlags sitzt ein 28-jähriger Rechtsextremist aus Australien, der bereits seit einigen Jahren in Neuseeland lebte, in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Der Name „Crusaders“ geht auf die christlichen Kreuzritter im Mittelalter zurück. Unter diesem Namen spielt der Club seit 1996 in der internationalen „Super Rugby“-Liga. Die „Crusaders“ sind nicht nur amtierender Super-Rugby-Champion und mit bisher neun Titeln Rekordsieger, sie stellen auch Spieler für Neuseelands legendäre Rugby-Nationalmannschaft, die All Blacks, die heuer im Herbst in Japan auf ihren dritten WM-Titel en suite losgehen.

Gegründet wurde der Verein schon 1879. Das aktuelle Logo der „Crusaders“ besteht aus dem Namen und einem mittelalterlichen Ritter, der ein Schwert schwingt. Der Vorsitzende von Neuseelands Rugby-Verband, Steve Tew, unterstützt eine Umbenennung. „Es ist offensichtlich, dass die vom Club benutzte Symbolik, zusammen mit dem Namen Crusaders, manche verstört, weil er mit den religiösen Kreuzzügen zwischen Christen und Muslimen verbunden ist“, erklärte Tew.




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