Letztes Update am Mi, 03.04.2019 12:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bei Papierkonzern Heinzel sprudelten 2018 Umsatz und Gewinn



Wien (APA) - Der Papierkonzern Heinzel Group hat 2018 den Umsatz abermals gesteigert und den Gewinn unterm Strich beinahe verdreifacht. Gegenüber 2017 stiegen die Erlöse um 14 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro und der Jahresüberschuss erhöhte sich von 55 auf 145 Mio. Euro, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte von 73,6 auf 194,8 Mio. Euro zu.

Das Firma spricht vom „besten Ergebnis ihrer Geschichte“. „2018 war ein erfreuliches Jahr. Unser Jahresergebnis ist überraschend und einzigartig gut. Die Ursachen dafür waren fallende Rohstoffpreise bei Altpapier, moderate Energiepreise und gleichzeitig eine hohe Nachfrage für nahezu alle Papier- und Zellstoffqualitäten. Eine vergleichbare Situation habe ich in meinen nahezu fünfzig Jahren in der Papierindustrie nur dreimal erlebt: in den Jahren 1974, 2000 und eben 2018“, erklärte der Industrielle Alfred Heinzel, dem der Konzern mehrheitlich gehört und der Aufsichtsratschef in der Heinzel Holding ist, im Vorwort des Geschäftsberichts.

Grund für die Zugewinne war neben der positiven Entwicklung der Marktpreise auch die Rekordproduktion der Heinzel-Werke. In der Papierherstellung stieg die Ebit-Marge von 7,3 auf 19,8 Prozent. 2017 hatte der Umbau und Stillstand bei der Laakirchen Papier AG den Gewinn gedrückt.

Im Papierhandel kaufte Heinzel im Vorjahr unter anderem in Malaysia zu. Die Tochter Europapier wiederum übernahm die oberösterreichische Moderne Verpackung Hoffmann GmbH und Bunzl & Biach habe sich durch Anteilserwerbe in Osteuropa die Versorgung mit Altpapier gesichert, heißt es in der Aussendung.

Der Konzern, der mehrheitlich dem Industriellen Alfred Heinzel gehört, hat 2018 rund 127 Mio. Euro investiert. Der Großteil floss in die österreichischen Werke Pöls und Laakirchen. In Pöls baute Heinzel eine neue Papiermaschine, in Laakirchen wurde eine Maschine umgestellt auf Wellpappenrohpapiere. Im estnischen Werk wurde den Angaben zufolge eine aerobe Abwasserreinigungsanlage errichtet. Der Personalstand - gemessen in Vollzeitstellen - stieg von 2.373 auf 2.516 Mitarbeiter.

Die Heinzel Group geht für das laufende Geschäftsjahr 2019 von einem weiteren Wachstum aus. Das Unternehmen plant, die Produktion in seinen Werken weiter zu steigern, die zusätzlichen Mengen sollen vor allem im Überseevertrieb abgesetzt werden. Alfred Heinzel rechnet jedoch mit einem raueren Wind: „Wir werden unsere Position weiter ausbauen, uns aber auch mit Demut auf schwierigere Zeiten einstellen: Die Marktdynamik hat sich im vierten Quartal 2018 deutlich verändert. Das hat auch gute Seiten, denn neue Wettbewerber fassen in einer solchen Situation nur schwer Fuß.“




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