Letztes Update am Mi, 03.04.2019 12:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Rassismus-Vorwürfe überschatteten Juventus-Sieg in Cagliari



Cagliari (Sardinien) (APA/dpa) - Mutmaßliche rassistische Beleidigungen gegen Stürmer Moise Kean haben den Sieg des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin in Cagliari überschattet. Schon bevor der 19-Jährige am Dienstagabend zum 2:0-(1:0)-Sieg getroffen hatte, war er von den gegnerischen Fans ausgepfiffen worden.

Nach seinem Treffer stellte sich der Sohn ivorischer Eltern mit ausgebreiteten Armen vor die Cagliari-Anhänger, die ihn daraufhin Medienberichten zufolge beleidigten. Mittelfeldspieler Blaise Matuidi solidarisierte sich mit seinem Teamkollegen. „Weiß + Schwarz“, schrieb er in Anlehnung an die Vereinsfarben auf Twitter und ergänzte: „NoToRacism“.

Juve-Coach Massimiliano Allegri machte Kean mitverantwortlich für den Vorfall. „Er hätte diesen Jubel vermeiden sollen“, betonte der 51-Jährige. „Er ist jung und muss lernen, aber natürlich müssen auch bestimmte Reaktionen des Publikums verhindert werden.“ Im Stadion gebe es wie im Leben normale Menschen und „Idioten“, sagte Allegri. Letztere sollten identifiziert und aus den Stadien verbannt werden. „Die Schuld besteht 50 zu 50, Moise hat einen Fehler gemacht, und die Fan-Kurve hat einen Fehler gemacht“, meinte Verteidiger Leonardo Bonucci.

Cagliari-Präsident Tommaso Giulini distanzierte sich von dem Vorwurf, dass es rassistische Beleidigungen gegeben habe. „Ich habe vor allem Pfiffe gehört, die hätten genauso alle anderen Spieler getroffen.“ Sollte es auch rassistische Gesänge gegeben haben, „sind die zu verurteilen“.




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