Letztes Update am Mi, 03.04.2019 13:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Opposition fordert Anerkennung von Wahlsieg in Istanbul



Istanbul (APA/dpa) - Im Streit um das Bürgermeisteramt in der türkischen Metropole Istanbul hat der Oppositionskandidat die Wahlkommission (YSK) aufgefordert, ihn als Sieger anzuerkennen. Sie solle ihm das Mandat so bald wie möglich geben, sagte Ekrem Imamoglu am Mittwoch vor Journalisten. „Wir wollen Gerechtigkeit.“ Die Wahlbehörde solle sich nicht von der Regierung unter Druck setzen lassen.

Imamoglu kritisierte zudem die islamisch-konservative Regierungspartei AKP, weil sie von Wahlbetrug spreche, obwohl sie seit Jahren behaupte, das Land habe das sicherste Wahlsystem der Welt. „Wenn sie so weitermachen, schadet das der Türkei“, sagte er. „Die Welt beobachtet uns.“

Imamoglu hatte bei der Kommunalwahl am Sonntag das Bürgermeisteramt nach inoffiziellen Ergebnissen mit einem hauchdünnen Vorsprung vor seinem AKP-Gegner gewonnen. Die AKP legte daraufhin Einspruch in allen Bezirken Istanbuls ein. Auch in der Hauptstadt Ankara protestierte die Partei gegen das vorläufige Ergebnis. Dort führt der Kandidat der säkularen, mitte-links stehenden CHP (50,9 Prozent) jedoch mit Abstand vor seinem Gegner (47,1 Prozent).

Die AKP hatte bei der Kommunalwahl am Sonntag nach inoffiziellen Ergebnissen landesweit rund 44,3 Prozent erreicht. Sie wurde damit stärkste Partei. Allerdings verlor sie in Metropolen an Zuspruch. Nach derzeitigem Stand gehen vier der fünf größten Städte des Landes an die Opposition.

Ankara und Istanbul werden seit 25 Jahren von islamisch-konservativen Bürgermeistern regiert. Die sich abzeichnende Niederlage für die AKP wäre ein Gesichtsverlust für Präsident Erdogan, der einst Bürgermeister von Istanbul war.




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