Letztes Update am Mi, 03.04.2019 14:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Home-Invasion in Wels: Berufungen gegen Haftstrafen



Wels (APA) - Mit einer Home-Invasion in Wels, deren Täter vorigen Freitag am Landesgericht Wels zu hohen Haftstrafen verurteilt worden sind, wird sich das Linzer Oberlandesgericht beschäftigen müssen. Drei der Angeklagten beriefen gegen ihre Haftstrafen von 13, elf und zehn Jahren. Ein weiteres Urteil über vier Jahre ist rechtskräftig, berichtete eine Sprecherin des Gerichts der APA.

Bei dem Überfall auf ein Paar mit Baby in dessen Wohnung in Wels im Vorjahr wurde u.a. Krypto-Geld im Wert eines sechsstelligen Euro-Betrags erbeutet. Das Urteil gegen einen der fünf Angeklagten von drei Jahren Haft, davon zwei bedingt, war bereits am Freitag rechtskräftig. Die Schuldsprüche erfolgten wegen Raubes, schwerer Erpressung und - in drei Fällen - wegen erpresserischer Entführung. Die Beratungen des Geschworenengerichts dauerten mehr als neun Stunden, die Laienrichter hatten 38 Hauptfragen zu beantworten.

Die Täter hatten am 19. Juni des Vorjahres bei der Familie in Wels geläutet, sich als Paketzusteller ausgegeben und dann den selbstständigen Kryptowährungs-Trader mit Klebeband an einen Sessel gefesselt. Seine Lebensgefährtin wurde ebenfalls gefesselt und mit einem Klebeband auf dem Mund ins Schlafzimmer gesperrt. Dorthin brachten sie auch das neun Monate alte Baby. Der Hund wurde im WC eingeschlossen. Die Räuber blieben eineinhalb Stunden in der Wohnung, während der sie das Paar immer wieder bedrohten, unter anderem damit, dass man ihnen und dem Kind etwas antun werde.

Erbeutet wurden Schmuck, Goldmünzen, Elektronikgeräte sowie teure Markenkleidung - der Schaden hier wird mit rund 7.500 Euro beziffert. Zudem transferierten die Täter noch in der Wohnung Kryptogeld im Wert von - zum damaligen Kurs - 132.000 Euro von den Konten des Traders. Dann flüchteten sie und ließen das Paar gefesselt zurück.

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Die fünf Angeklagten hatten sich bereits am ersten Verhandlungstag schuldig bekannt, die Tat jedoch heruntergespielt. Jener Angeklagte, der von der Staatsanwaltschaft als Rädelsführer angesehen wurde, berichtete von einem weiteren Mann, der die Sache organisiert habe. Er wolle dessen Namen aber nicht nennen, um keine Probleme zu bekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Verdacht, um wen es sich handeln könnte - dieser Mann wurde festgenommen. Auch der Vater des Hauptangeklagten ist in Zusammenhang mit der Causa in U-Haft. Er wird in einem eigenen Verfahren verfolgt.




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