Letztes Update am Mi, 03.04.2019 17:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Architekt Libeskind kritisiert Jerusalemer Seilbahn-Projekt



Tel Aviv (APA/dpa) - Der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind hat ein israelisches Seilbahn-Projekt in Jerusalem kritisiert. „Dieses Projekt bedroht unersetzliche Kulturgüter, und in Jerusalem ist die Landschaft ein wertvolles Erbe für alle“, schrieb Libeskind in einem Brief an den Jerusalemer Anwalt David Schönberg. „Die Seilbahn beschädigt die historische Skyline.“

Schönberg hat eine Beschwerde gegen das Projekt eingereicht und dafür zuvor Unterstützung bei dem Architekten gesucht, wie er am Mittwoch sagte. Die Seilbahn soll von der alten Bahnstation im jüdisch geprägten Westteil der Stadt hoch auf den Ölberg im arabisch geprägten Ostteil der Stadt führen. Dabei soll sie nahe der Klagemauer an der Altstadt vorbeiführen.

Die Klagemauer ist ein Überrest der Befestigung des zweiten Jerusalemer Tempels. Sie liegt am Fuße des Tempelbergs (Al-Haram al-Sharif/Das edle Heiligtum), der Juden und Muslimen heilig ist. Auf dem Tempelberg stand einst der jüdische Tempel und heute die muslimischen Gebetsstätten Felsendom und Al-Aksa-Moschee. Bauprojekte in der Nähe haben in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Spannungen mit den Palästinensern geführt.

Libeskind rief die israelische Regierung dazu auf, das Projekt zu stoppen. „Jerusalems Verkehrsprobleme sollten nicht durch eine Seilbahn gelöst werden, die das Bild Jerusalems mit einer an einen schweizerischen Berghang erinnernden Technologie verunstaltet“, hieß es.




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