Letztes Update am Do, 04.04.2019 01:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Timmermans ruft May und Corbyn in Brexit-Streit zu Einigung auf



Berlin/London (APA/AFP) - Vize-EU-Kommissionspräsident Frans Timmermans hat die britische Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn zu einer Einigung im Brexit-Streit aufgerufen. Es wäre „außerordentlich wichtig“, dass sich May und Corbyn über die Grundsätze der künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien einigen und der Austrittsvertrag im Unterhaus „endlich verabschiedet“ werde, sagte Timmermans der „Welt“ (Donnerstagsausgabe). Eine solche Einigung wäre im Interesse Großbritanniens und der EU.

May und Corbyn sollten „ab sofort die nationalen Interessen berücksichtigen und nicht immer nur an die Parteiinteressen denken“, sagte Timmermans weiter. Der Niederländer forderte London auf, mit Blick auf einen EU-Austritt eine klare Entscheidung zu treffen. „Wir können doch nicht unendlich so weiter machen bei den Brexit-Verhandlungen und immer wieder verlängern um ein paar Wochen. Das britische Parlament muss jetzt eine Entscheidung treffen und uns endlich sagen, was man in London will.“

Timmermans kritisierte das Vorgehen der britischen Regierung scharf: „In welchem Land würde es fast drei Jahre dauern, dass eine Regierung, die sich nicht einig ist, mal daran denkt, in einer lebenswichtigen Frage mit der Opposition zusammenzuarbeiten? Das ist eigentlich unvorstellbar, dass das in Großbritannien erst jetzt passiert.“

May und Corbyn hatten sich am Mittwoch zu einem Gespräch getroffen, um nach einem Ausweg aus der Brexit-Sackgasse zu suchen und einen EU-Austritt des Landes ohne Abkommen zu verhindern. Beide Seiten nannten das Treffen danach „konstruktiv“. Am Donnerstag sollen die Gespräche fortgeführt werden.

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