Letztes Update am Do, 04.04.2019 09:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mordversuchs-Prozess nach Messerattacke auf Ex-Freundin in Wels



Wels (APA) - Nach einer Messerattacke auf seine Ex-Freundin im Herbst 2017 muss sich am Montag ein 38-Jähriger wegen Mordversuchs vor dem Landesgericht Wels verantworten. Der Mann hatte sich zwischenzeitlich in sein Heimatland Bosnien-Herzegowina abgesetzt, war aber nach seiner Rückkehr von Zielfahndern in Traun (Bezirk Linz-Land) gestellt worden.

Am 2. Oktober 2017 war das getrennte Paar gemeinsam im Wagen der Frau unterwegs. Es kam zu einem Streit. Dieser eskalierte, woraufhin die damals 49-Jährige aus dem Auto stieg und davonrannte. Der Mann folgte ihr und soll mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Sie blieb schwer verletzt zurück, er lief davon.

Der Angeklagte flüchtete nach Bosnien und soll sich dort der Polizei gestellt haben. Diese ließ ihn aber offenbar wieder laufen. Die bosnischen Behörden begründeten das laut Medien mit einem fehlenden Haftbefehl aus Österreich. Die Staatsanwaltschaft Wels betonte damals jedoch, dass es „eine Festnahmeanordnung und einen EU-Haftbefehl“ gebe und es im Ermessen der bosnischen Behörden gelegen sei, den Mann festzunehmen oder nicht.

Die Handschellen klickten jedenfalls erst im April des Vorjahres, nachdem der Verdächtige - wieder nach Österreich zurückgekehrt - von Zielfahndern in Traun aufgespürt worden war. Nun muss sich der Mann wegen Mordversuchs vor einem Geschworenensenat im Landesgericht Wels verantworten. Ein Gutachter wird den Laienrichtern die Verletzungen des Opfers im Detail erklären. Ein Urteil ist für Montag geplant.




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