Letztes Update am Do, 04.04.2019 10:49

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Schauspieler auf Lebenszeit - Max von Sydow wird 90



Stockholm/Paris (APA/dpa) - Max von Sydow spielte Attentäter und Eroberer, Teufelsaustreiber und den Teufel selbst, Könige und sogar Jesus: Für Ingmar Bergman stand er 1957 für „Das siebente Siegel“ vor der Kamera, die jüngere Generation kennt ihn aus „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ und „Game of Thrones“. Am 10. April wird der gebürtige Schwede, der seit 2002 französischer Staatsbürger ist, 90 Jahre alt.

Das Schauspiel - zunächst fürs Theater, dann für die Leinwand - war schon immer von Sydows Leben und wird es wohl auch für immer bleiben. Er lerne mit jedem Film etwas dazu, verriet der hochgewachsene Charakterdarsteller mit der markigen Stimme 2012 bei der Berlinale. „Das ist das Tolle am Schauspielern: Mit jeder neuen Rolle lernst du etwas Neues, selbst wenn sie zunächst einer früheren Rolle sehr ähnelt“, sagte er damals.

Geboren wurde er als Carl Adolf von Sydow am 10. April 1929. Er wuchs in Lund in der südschwedischen Region Skåne auf. Schon in der Schulzeit gründete er mit anderen eine Theatergruppe, lernte früh Englisch und Deutsch. Nicht selten hat er deutsche Charaktere gespielt, und des Öfteren wurde er für einen Deutschen gehalten.

Das Königliche Dramatische Theater in Stockholm bildete ihn einst zum Schauspieler aus, ehe er in den 50er Jahren in Malmö auf Regisseur Ingmar Bergman traf. Dessen Filme - erst „Das siebente Siegel“, in dem von Sydow als Ritter Block auf unvergessene Weise mit dem Tod Schach spielte, dann „Wilde Erdbeeren“, „Die Stunde des Wolfs“, „Schande“ und weitere - machten ihn über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt. Die Zusammenarbeit mit Bergman sei ohne Frage die wichtigste Zeit seiner Schauspielkarriere gewesen, ließ von Sydow immer wieder wissen.

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Es folgte der Gang nach Hollywood und mit ihm eine komplexe Rolle nach der anderen. Von Sydow spielte Jesus („Die größte Geschichte aller Zeiten“, 1965), lebte in Los Angeles, zog weiter nach Rom und machte sich auch um mehrere italienische Filme verdient. Gleichzeitig blieb er Hollywood treu: In „Der Exorzist“ (1973) verkörperte er Pater Lankester Merrin, im James-Bond-Film „Sag niemals nie“ (1983) Sean Connerys Gegenspieler Blofeld.

Für seine Darstellung in „Pelle, der Eroberer“ (1987), den er selbst als einen seiner Lieblingsfilme bezeichnet hat, wurde er für den Oscar als bester Schauspielers nominiert. Apropos Oscar: Den bekam von Sydow noch nicht, obwohl er nach „Pelle“ auch für seine Nebenrolle in „Extrem laut und unglaublich nah“ (2012) nominiert war. Auch Filmprojekte mit Woody Allen, Steven Spielberg und Wim Wenders sowie Rollen an der Seite von Schauspielern wie Robin Williams, Tom Hanks und Leonardo DiCaprio änderten daran nichts.

In Cannes wurde von Sydow 2004 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das ist bei Weitem nicht das einzige, das ihn mit Frankreich verbindet: Privat hat der zurückgezogen lebende Schauspieler mit der Französin Catherine Brelet seine zweite große Liebe gefunden. Er heiratete die Filmemacherin 1997. Mit ihr hat er ebenso zwei Söhne wie mit seiner ersten Frau Christina Olin, von der er sich 1979 scheiden ließ.

Für Brelet zog von Sydow nach Frankreich, was eine kleine Kontroverse in seiner schwedischen Heimat auslöste: Seinen schwedischen Pass musste er 2002 abgeben, um französischer Staatsbürger zu werden - ein Schritt, den ihm manche seiner damaligen Landsleute übel nahmen. Auf seiner Facebook-Seite, die in enger Zusammenarbeit mit einem seiner Söhne mit Inhalt gefüttert wird, wird er mit den Worten zitiert: „Ich liebe mein Land Frankreich so sehr!“




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