Letztes Update am Do, 04.04.2019 11:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steigende Kosten auf breiter Front belasten ZF Friedrichshafen



Frankfurt am Main (APA/Reuters) - Die schwächere Pkw-Nachfrage weltweit und höhere Kosten haben den Autozulieferer ZF Friedrichshafen belastet. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 2,1 Mrd. Euro zurück, wie der Stiftungskonzern am Donnerstag mitteilte.

Der Umsatz kletterte um eineinhalb Prozent auf 36,9 Mrd. Euro, um Wechselkurse und Kosten für Zukäufe bereinigt belief sich das Plus auf rund sechs Prozent. Die Materialkosten stiegen unter anderem wegen der höheren US-Zölle auf Stahl und Aluminium. Auch der starke Euro sowie höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung dämpften den Gewinn. Dafür gab ZF 2018 mit 2,5 Mrd. Euro um 240 Mio. Euro mehr aus als im Vorjahr, zum Beispiel für neue Technologien wie Künstliche Intelligenz.

Auf das laufende Jahr gab ZF-Chef Wolf-Henning Scheider einen vorsichtigen Ausblick. Nach dem Rückgang der operativen Rendite um knapp einen Prozentpunkt auf 5,6 Prozent erwartet Scheider für 2019 eine bereinigte Marge zwischen 5,0 und 5,5 Prozent bei einem Umsatzanstieg auf 37 bis 38 Mrd. Euro.

Dennoch wagt sich der drittgrößte deutsche Zulieferer an eine weitere Milliardenübernahme heran. Vergangene Woche gab das Unternehmen bekannt, für gut sieben Milliarden Dollar den weltweit führenden Hersteller von Lastwagen-Bremsen Wabco zu kaufen. ZF will damit zu einem führenden Systemanbieter für elektrisch und selbst fahrende Nutzfahrzeuge werden und sich unabhängiger vom Kerngeschäft mit Getrieben machen, die für Verbrennungsmotoren gebraucht werden. Denn langfristig werden Benzin- und Dieselmotoren von alternativen Antrieben verdrängt.

Zusammen mit Wabco wird der Umsatz von ZF deutlich über 40 Mrd. Euro steigen, sodass der Stiftungskonzern nah an die weltweiten Nummern eins und zwei, Bosch und Continental, heranrückt. Zu den knapp 149.000 Beschäftigten von ZF kommen bis 2020 rund 16.000 von Wabco hinzu, wenn die Aktionäre des in New York börsennotierten Unternehmens der Übernahme zustimmen.




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