Letztes Update am Do, 04.04.2019 14:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EZB-Protokolle - Eurohüter diskutierten Nebenwirkungen der Minizinsen



Frankfurt (APA/Reuters) - Der EZB-Rat hat in seiner geldpolitischen Sitzung im März über mögliche negative Auswirkungen der lang anhaltenden Ultraniedrigzinsen gesprochen. Währungshüter äußerten sich auf dem Treffen besorgt, dass dies mit der Zeit die Zinsmargen und die Erträge der Banken schmälern könnten, wie es im Protokoll des Treffens hieß, das die Notenbank am Donnerstag veröffentlichte.

Längerfristig könne sich dies auf die Finanzstabilität und die Vermittlung der Geldpolitik über die Finanzinstitute auswirken. Zudem wurde auf dem Treffen angemerkt, dass die Effekte der verschiedenen unkonventionellen Schritte der Notenbank noch mehr analysiert werden müssten.

EZB-Chef Mario Draghi hatte unlängst überraschend in Aussicht gestellt, bei einer stärkeren Konjunktureintrübung die Zinswende notfalls noch länger hinauszuschieben. Zugleich signalisierte er, die Euro-Wächter könnten die Effekte der Negativzinsen auf Geldhäuser unter die Lupe nehmen.

Die Notenbank hatte erstmals 2014 ihren Einlagensatz auf unter null Prozent gesetzt. Seitdem müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Liquidität bei ihr parken. Der Satz liegt aktuell bei minus 0,4 Prozent. In der EZB werden Insidern zufolge derzeit zurzeit Optionen geprüft, wie die Lasten für Geldhäuser gesenkt werden könnten. Die Arbeiten lägen aber noch bei den EZB-Ausschüssen.

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