Letztes Update am Do, 04.04.2019 15:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aldi-Erben unterlagen erneut vor Gericht - Streit um Macht im Konzern



Leipzig/Essen (APA/dpa) - Die Erben des 2012 verstorbenen Aldi-Gründersohns Berthold Albrecht haben im Rechtsstreit um die Macht beim Diskonter Aldi Nord eine weitere Niederlage erlitten. Das Bundesverwaltungsgericht entschied bereits am 6. März, eine Revision der Erben gegen das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts im Fall Aldi nicht zuzulassen, wie eine Justizsprecherin am Donnerstag mitteilte.

Das Urteil, in dem der Einfluss der Familie auf den Diskonter beschränkt wurde, sei damit rechtskräftig, sagte die Gerichtssprecherin. Zuvor hatte das „Manager Magazin“ über die Entscheidung berichtet.

Hintergrund des Rechtsstreits ist die komplizierte Eigentümerstruktur bei Aldi Nord. Das Unternehmen ist im Besitz von drei Stiftungen mit Sitz in Schleswig-Holstein: der Markus-, der Lukas- und der Jakobus-Stiftung. Große Investitionen und wichtige Entscheidungen können von den Stiftungen nur einstimmig freigegeben werden.

Das Oberverwaltungsgericht hatte im Dezember 2017 eine Satzungsänderung in der Jakobus-Stiftung für rechtens erklärt, mit der Berthold Albrecht kurz vor seinem Tod den Einfluss der Familienerben auf die Geschicke des Diskonters beschränkt hatte. Das Gericht ließ keine Revision zu. Die Frau und die fünf Kinder des 2012 verstorbenen Firmenerben Berthold Albrecht hatten diese Entscheidung jedoch nicht hinnehmen wollen und deshalb Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt - vergeblich.

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Der Anwalt von Babette Albrecht, Andreas Urban, betonte im Namen der Jakobus-Stiftung, die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts bedeute nicht, dass das Urteil des Oberverwaltungsgerichts inhaltlich richtig sei, „sondern lediglich, dass die besonderen Voraussetzungen für die Zulassung einer Revision (insbesondere der Zulassungsgrund wegen grundsätzlicher Bedeutung) vom Bundesverwaltungsgericht nicht bejaht worden sind“. Die Töchter von Berthold Albrecht würden auch künftig im Vorstand der Jakobus-Stiftung vertreten sein und die Vorstandsvorsitzende stellen.

Der österreichische Diskonter Hofer zählt nicht zu Aldi Nord, sondern zu Aldi Süd. Die Aufteilung in Aldi Nord und Aldi Süd zwischen den Albrecht-Brüdern erfolgte bereits 1961. Die südlichen Aldi-Filialen übernahm Karl Albrecht, die nördlichen Theo. Hofer wurde 1968 von Aldi Süd übernommen.

~ WEB http://www.aldi-nord.de ~ APA367 2019-04-04/15:02




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