Letztes Update am Do, 04.04.2019 17:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Außenminister Vella ist Maltas neuer Staatspräsident



Valletta (APA/dpa) - Maltas neuer Staatspräsident ist der frühere europaskeptische Außenminister George Vella. Der 76-Jährige wurde am Donnerstag im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Valletta vereidigt.

In seiner Rede zählte er laut „Malta Times“ die Überwindung der Spaltung des Landes zu seinen Prioritäten. Dabei sprach Vella auch politische Morde an, die den EU-Staat in den vergangenen Jahrzehnten erschüttert hatten. Dazu zählte das Attentat auf die Journalistin und Regierungskritikerin Daphne Caruana Galizia. Die Bloggerin hatte über Geldwäsche, Steuerhinterziehung und weitere Missstände im Inselstaat berichtet. Sie war 2017 mit einem Sprengsatz in ihrem Auto getötet worden. Vella bezeichnete den Mord als „einen Fleck auf dem nationalen Gewissen“.

Als zehnter Präsident des Inselstaats folgt er auf Marie-Louise Coleiro Preca. Vella ist sowohl von den regierenden Sozialdemokraten der Labour-Partei als auch von der konservativen Partit Nazzjonalista unterstützt worden. Ähnlich wie Österreichs Bundespräsident hat der Präsident Maltas als Staatsoberhaupt vor allem repräsentative Aufgaben. Die Regierungsgeschäfte führt seit 2013 Premierminister Joseph Muscat.

Der Mediziner Vella war von 1996 bis 1998 sowie von 2013 bis 2017 Außenminister. In der ersten Amtszeit war er zudem Stellvertreter des Premiers. In dieser Zeit legte Malta seine Bewerbung für die Aufnahme in die Europäische Union auf Eis. Vella war zusammen mit dem damaligen Parteichef Alfred Sant Speerspitze der Kampagne gegen den EU-Beitritt Maltas, der dann in einem Referendum entschieden wurde. 2004 trat der Inselstaat schließlich in die EU ein.

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