Letztes Update am Do, 04.04.2019 19:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salvini traf Castaner: Dialog über Einwanderung und Abschiebungen



Paris (APA) - Der italienische Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini hat beim G-7-Innenministergipfel in Paris seinen französischen Amtskollegen Christophe Castaner getroffen. Nach monatelangem Streit zwischen Italien und Frankreich in Sachen Migration schlug Salvini am Donnerstag mildere Töne an.

Mit Castaner habe er Themen rund um Migration angesprochen. „Ich denke und hoffe, dass es am italienisch-französischen Grenzübergang keine Probleme mehr geben wird“, so Salvini. Der Innenminister und Lega-Chef hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Grenzüberschreitungen der französischen Polizei in Italien beklagt. Hunderte von der Gendarmerie aufgegriffene illegale Migranten seien über Nacht mit Fahrzeugen der Sicherheitskräfte nach Italien zurückgeführt worden, hatte Salvini bemängelt.

Castaner habe zugegeben, dass Italien von Europa in Sachen Migration allein gelassen worden sei, sagte Salvini. Er betonte, dass Rom und Paris erst kürzlich ein Abkommen unterzeichnet hätten, mit dem es zu einer besseren Kooperation der Polizisten an der italienisch-französischen Grenze kommen werde.

Bei dem Treffen habe er Castaner unter anderem eine Liste für die Auslieferung von 15 ehemaligen Linksextremisten nach Italien vorgelegt. 33 frühere italienische Terroristen sollen im Ausland auf der Flucht sein, darunter 15 Ex-Mitglieder der linksextremistischen Terrororganisation „Rote Brigaden“ (Brigate Rosse), die für unzählige Morde und Anschläge in den 1970er- und 1980er-Jahren verantwortlich gemacht und in Frankreich vermutet werden.

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Das G-7-Innenminister-Treffen bezeichnete Salvini als „historische Begegnung“. „Endlich spricht man über Einwanderung, Abschiebungen und Rückführungen. Auch Castaner hat eingesehen, dass die NGOs die Schlepper unterstützen“, sagte Salvini.




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