Letztes Update am Fr, 05.04.2019 08:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Hellboy“: Ein teuflischer Kämpfer für das Gute ist 25



Wien/Hollywood (APA) - Sein Erscheinungsbild mag nicht unbedingt Assoziationen wecken, die mit Heldentum oder dem Kampf für das Gute zu tun haben. Trotzdem ist der rot gehäutete und gehörnte Hellboy ein Superheld, wenngleich ein ungewöhnlicher. Die durchaus ironisch veranlagte Figur, die US-Comicautor und -zeichner Mike Mignola erdacht hat, erblickte vor 25 Jahren erstmals das Licht der Welt.

Wobei der Geburtstag von Anung Un Rama, wie der Halbdämon mit dem Herzen am rechten Fleck eigentlich heißt, Anfang des 17. Jahrhunderts datiert. Vater ein Dämon, Mutter eine Hexe, wurde er zunächst allerdings aus der Hölle fortgeschickt, um erst in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs von Rasputin im Auftrag der Nazis heraufbeschworen zu werden. Dem Einsatz unterm Hakenkreuz machten die Alliierten einen Strich durch die Rechnung, womit der liebevoll Hellboy titulierte kleine Racker in die USA verschifft wurde.

So weit, so krude die Schöpfungsgeschichte des Helden, die man auch aus der ersten „Hellboy“-Verfilmung vom mittlerweile mit Oscar-Ehren bedachten Regisseur Guillermo del Toro kennt. Schlüpfte damals, vor 15 Jahren, sowie in der 2008 folgenden Fortsetzung „Die goldene Armee“ Ron Pearlman in die Rolle des Titelhelden, ist nun der von der Netflix-Serie „Stranger Things“ bekannte Darsteller David Harbour in den roten Schminktopf gefallen und darf in der am 11. April startenden Neuauflage „Call of Darkness“ die „rechte Hand des Schicksals“ schwingen, wie Hellboys mächtige Pranke auch genannt wird.

Comics wie Filme hat bisher eine Mischung aus Horror, Fantasy, Märchenanleihen und viktorianischem Charme geprägt. Vor allem die Heftserie bietet hier reichlich Platz, um unterschiedlichsten Einflüssen und Vorlieben nachzugehen. Mignola ging es dabei ursprünglich, als im März 1994 das erste eigenständige Heft bei Dark Horse erschien, darum, als Autor und Zeichner die kreativen Zügel gänzlich in seiner Hand zu halten - wobei interessanterweise gerade die erste, über vier Ausgaben verteilte Geschichte („Saat der Zerstörung“) von John Byrne gescriptet wurde.

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Im Laufe der Jahre hat sich das Hellboy-Universum gewissermaßen verselbstständigt. Neben der eigentlichen Heftserie, die weit über 50 Ausgaben zählt, gibt es zusätzliche Handlungsstränge, in sich geschlossene Erzählungen und sogenannte Spin-offs, die sich etwa mit der „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen“ (B.U.A.P.) auseinandersetzen, für die Hellboy tätig ist. Schließlich ist der grummelige, Zigarre rauchende und Katzen liebende Halbdämon bei weitem nicht die einzige Besonderheit auf und jenseits der Erde, die sich Mignola und seine kreativen Partner einfallen haben lassen.

Auf Deutsch sind die Abenteuer von Hellboy beim Verlag Cross Cult erschienen, der 2001 unter anderem auch zu diesem Zweck gegründet wurde. Mittlerweile gibt es 17 Einzelbände sowie drei große Kompendien, die etliche Abenteuer zusammenfassen. Der aktuelle Kinofilm von Neil Marshall, der bisher eher als Serienregisseur für „Game of Thrones“ oder „Westworld“ in Erscheinung getreten ist, basiert dabei auf den Storys „Der Ruf der Finsternis“ und „Der Sturm“, die im dritten Kompendium nachzulesen sind - falls man schon vor dem Kinobesuch mit Fachwissen auftrumpfen möchte.

(S E R V I C E - „Hellboy“ von Mike Mignola, auf Deutsch erschienen bei Cross Cult, www.cross-cult.de; mehr zu Autor und Zeichner Mike Mignola unter www.artofmikemignola.com)




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