Letztes Update am Fr, 05.04.2019 10:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israel-Wahl - Rivalen und Mitstreiter Netanyahus



Jerusalem (APA/dpa) - Bei der Parlamentswahl in Israel treten am Dienstag rund 40 Listen an - eine Rekordzahl. Vermutlich nur ein Drittel davon wird aber die Sperrklausel von 3,25 Prozent schaffen. In der 20. Knesset saßen zuletzt 15 Fraktionen mit insgesamt 120 Abgeordneten. Zu den wichtigsten Listen bei der neuen Wahl gehören:

BLAU-WEIß: Bündnis der Mitte. Der Vorsitzende Benny Gantz gilt als stärkster Rivale des bisherigen konservativen Regierungschefs Benjamin Netanyahu (Likud). Gantz hat einen Pakt mit dem ehemaligen Finanzminister Yair Lapid geschlossen, die beiden wollen im Fall eines Wahlsiegs das Amt des Regierungschefs in Rotation besetzen.

LIKUD: Die rechtskonservative Regierungspartei liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Blau-Weiß. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat früher Friedensverhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern geführt, forciert aber seit Jahren auch den Siedlungsausbau. Sein Hauptziel ist es, den iranischen Einfluss in der Region einzudämmen und Teheran am Bau einer Atombombe zu hindern.

ARBEITSPARTEI: Sozialdemokratische Oppositionspartei. Der Vorsitzende Avi Gabai hatte vor der Wahl das Bündnis mit Ex-Außenministerin Tzipi Livni und ihrer Mitte-Partei Hatnua aufgekündigt. Gabai strebt das Amt des Ministerpräsidenten an, gilt aber als chancenlos.

ARABISCHE PARTEIEN: Die Parteien Hadash-Taal und Balad-Vereinigte Arabische Liste waren bei der letzten Wahl als ein Bündnis angetreten und wurden 2015 drittstärkste Kraft. Vor der neuen Wahl brach das Bündnis jedoch auseinander. Arabische Israelis machen etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus.

STRENGRELIGIÖSE PARTEIEN: Das Vereinigte Thora-Judentum tritt vor allem für die Belange europäischstämmiger Juden ein, die Shas-Partei für orientalische Juden.

RECHTE PARTEIEN: Rechts vom Likud treten unter anderem an: die Neue Rechte von Erziehungsminister Naftali Bennett und Justizministerin Ayelet Shaked, Unser Haus Israel von Ex-Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und die Partei Sehut (Identität) des früheren Likud-Abgeordneten Moshe Feiglin. Zur Union Rechter Parteien gehört auch Ozma Yehudit (Jüdische Kraft), Nachfolgerin der rechtsextremen Kach-Partei.

LINKSPARTEI/MERETZ: Steht für eine gerechte Friedensregelung in Nahost und eine Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern.

KULANU: Partei der Mitte, dessen Vorsitzender, Finanzminister Moshe Kahlon, sich vor allem für soziale Gerechtigkeit einsetzt.




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