Letztes Update am Fr, 05.04.2019 10:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klasnic bedauert „Detschn“ für ihre Kinder



Wien (APA) - Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic hat in einem Interview mit dem Magazin „Datum“ eingestanden, ihre Kinder seinerzeit mit Ohrfeigen bedacht zu haben. Sie habe eine ehrliche Antwort gegeben, meinte sie am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA: „Natürlich bedauere ich meine damalige spontane Handlung.“

In dem Interview hatte sie über die Züchtigung ihrer eigenen Kinder gesprochen: „Natürlich hat er eine gekriegt, beide haben hin und wieder eine gekriegt.“ Auf die Frage, ob sie dies mit der damals anderen Zeit rechtfertige, meinte sie: „Na ja, es war ja nicht Gewalt. Es war eine flotte Detschn. Sie haben meine Buben nicht gekannt. Sie sind inzwischen 53 und 55 und lachen dazu. Und so viel haben sie auch nicht gekriegt.“

Zur APA sagte Klasnic nun, ihre Söhne hätten „immer gesagt, dass ich eine gute Mutter war und bin“. Und weiter: „Wer mich kennt, weiß, dass ich mein Leben lang entschieden gegen Gewalt, wo immer sie stattfindet, aufgetreten bin und auftreten werde. Dass diese meine klare Haltung auch bekannt ist, zeigen mir auch viele zusprechende und wertvolle Reaktionen von gestern und heute. Ich bleibe bei einer ehrlichen Diskussion.“

Klasnic, ehemalige ÖVP-Landeshauptfrau der Steiermark, ist Leiterin der von der katholischen Kirche nach Bekanntwerden von Fällen von Kindesmissbrauch und sexueller Gewalt eingerichteten „Unabhängigen Opferschutzkommission“. Diese hat bisher mehr als 2.000 Fälle behandelt und den Opfern insgesamt 27,8 Mio. Euro an Finanzhilfe und für Therapien zuerkannt.

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Die Reaktion auf Klasnic Eingeständnis war Kritik. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass Klasnic für ihr Amt moralisch nicht in Frage kommt, so ist er jetzt erbracht“, meint Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt in einer Aussendung. „Auch eine Ohrfeige ist Gewalt in der Erziehung und damit nicht zu bagatellisieren“, sagt Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin des Kinderschutzzentrums Die Möwe, im „Standard“.




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