Letztes Update am Fr, 05.04.2019 11:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltgesundheitstag - Vollversorgung bei Psychotherapie nicht erfüllt



Wien (APA) - Das Motto für den Weltgesundheitstag 2019 am kommenden Sonntag lautet: „Gesundheit für Alle!“ Die von der WHO geforderte flächendeckende Versorgung „ist in Österreich bei der Versorgung psychisch Erkrankter noch nicht voll erfüllt“, monierte der Bundesverband für Psychotherapie im Vorfeld. Die Uniqa machte unterdessen auf die steigenden Gesundheitskosten durch erhöhte Lebenserwartung aufmerksam.

Zum einen seien die Zuschüsse für Psychotherapie unterschiedlich, die sich viele Patienten ohne Hilfe nicht leisten könnten, ohne in eine finanzielle Notlage zu geraten. Zum anderen sei die Versorgung mit Sachleistung - „Psychotherapie auf Krankenschein“ - nicht überall verfügbar. Auf einen kassenfinanzierten Psychotherapieplatz warte man in manchen Regionen bis zu acht Monate. Die Kosten werden also nur teilweise von der Krankenkasse übernommen und wenn doch, seien die Wartezeiten viel zu lange. Der Bundesverband für Psychotherapie forderte „einen vereinfachten, unkomplizierten Zugang zur psychotherapeutischen Behandlung, am besten mittels E-Card, wie bei allen anderen Erkrankungen auch“.

Die Uniqa-Versicherung machte unterdessen auf die steigenden Gesundheitskosten durch die erhöhte Lebenserwartung aufmerksam. Die Kosten würden laut einer Studie bis zum Jahr 2060 von 10,4 auf mindestens 12,3 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung anwachsen, es könnten sogar bis zu 14,4 Prozent sein. Das wären in heutigen Preisen 28,5 Milliarden Euro.

Bis zum Alter von 39 Jahren koste medizinische Betreuung im Durchschnitt 1.800 Euro pro Jahr. Für Menschen zwischen 50 und 59 Jahren seien die Ausgaben schon doppelt so hoch, bis zum 75. Lebensjahr verfünffachen sie sich. Ist ein Mensch über 90 Jahre alt, müssen demnach im Schnitt 27.000 Euro pro Jahr für seine Gesundheit aufgewendet werden.

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2016 hat die öffentliche Hand den Angaben zufolge rund drei Viertel der Gesundheitskosten übernommen, wobei das Geld zu 40 Prozent über Steuern finanziert wurde und der Rest aus den Sozialversicherungsbeiträgen stammt. Seit Jahren unverändert entfallen rund fünf Prozent auf private Krankenversicherungen. 19 Prozent haben die Österreicher direkt aus der eigenen Tasche bezahlt.

Österreichische Jugendliche wiederum weisen im Vergleich zu anderen EU-Ländern eine geringere Gesundheitskompetenz auf. Vor allem Mädchen und Burschen aus bildungsfernen Familien würden im Alltag seltener Entscheidungen treffen, die ihre Gesundheit stärken, berichtete bOJA, das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit. Mit einer Website - www.gesunde-jugendarbeit.at - sollen hauptamtlich und ehrenamtlich mit außerschulischer Jugendarbeit Beschäftigte unterstützt werden, sich Gesundheitswissen anzueignen und weiterzugeben.

~ WEB http://www.who.int/en/ ~ APA211 2019-04-05/11:38




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