Letztes Update am Fr, 05.04.2019 12:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO-Generalsekretär bemüht sich um Entschärfung der Krise in Libyen



Benghazi/Moskau (APA/dpa/Reuters) - UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bemüht sich um eine Entschärfung der angespannten Lage in Libyen. Guterres flog am Freitag in die ostlibysche Stadt Benghazi, wo er sich mit dem mächtigen General Khalifa Haftar treffen wollte.

„Mein Ziel bleibt das gleiche: eine militärische Konfrontation zu verhindern“, erklärte der UNO-Chef über Twitter. „Ich wiederhole, dass es keine militärische Lösung für die libysche Krise gibt, nur eine politische.“

Der 75 Jahre alte Haftar hatte seinen Truppen am Donnerstag den Befehl zum Vormarsch auf die Hauptstadt Tripolis gegeben, wo die international anerkannte Regierung von Fayez al-Sarraj sitzt. In einer Ansprache kündigte der General die „Befreiung“ der Stadt an. Sarraj wiederum ordnete eine Generalmobilmachung seiner Anhänger an. Damit droht eine neue Eskalation der Gewalt.

Unterdessen dementierte Russland, den derzeitigen Vormarsch Haftars zu unterstützen und warnte vor einem neuen „Blutbad“. Vielmehr unterstütze man eine Verhandlungslösung, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau vor Journalisten. „Die Lage muss auf friedliche Weise gelöst werden.“

In Libyen herrscht seit dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 ein Bürgerkriegschaos. Haftar konnte seinen Einfluss in den vergangenen Monaten vom Osten weit in den Westen des Landes ausdehnen. Unter anderem übernahmen seine Truppen zwei der größten Ölfelder Libyens.




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