Letztes Update am Fr, 05.04.2019 13:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Britischer Außenminister gegen längeren Aufschub



London/Bukarest (APA/Reuters) - Der britische Außenminister Jeremy Hunt spricht sich gegen einen längeren Brexit-Aufschub aus. Weder die EU noch Großbritannien dürften daran Interesse haben, sagt er am Freitag am Rande des G7-Außenministertreffens im französischen Dinard.

Auch habe man in Großbritannien keine Absicht, an den Europawahlen teilzunehmen. Auf der Suche nach einer Brexit-Lösung werde die Regierung aber „jeden Stein umdrehen“, betonte Hunt.

Premierminister Theresa May hatte am Freitag der Europäischen Union einen Brief übermittelt, in dem sie offiziell um eine Verschiebung der Brexit-Frist bis 30. Juni bittet. Am kommenden Mittwoch findet in Brüssel ein EU-Sondergipfel zum Brexit statt.

Ein Ende der Suche von May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn nach einem gemeinsamen Weg aus der Brexit-Blockade ist vorerst nicht absehbar. Es gebe keine Frist für die Verhandlungen mit Labour, sagt der Sprecher von May. Die Verhandlungsteams der regierenden Konservativen und der oppositionellen Labour-Partei würden auch am Freitag Gespräche führen.

Eurogruppen-Chef Mario Centeno sagte, die EU-Finanzminister hätten Maßnahmen ergriffen, um Vorbereitungen für einen Brexit ohne Abkommen zu treffen. Die EU wolle ein derartiges Szenario aber vermeiden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet unterdessen laut Notenbank-Direktor Benoit Coeuré bei einem harten Brexit nicht mit großen Gefahren für die Finanzstabilität. Dieses Risiko sei „begrenzt“ und bereits weitgehend angegangen worden, sagt das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der EZB auf einer Veranstaltung in Bukarest. Coeuré ruft zugleich Finanzfirmen dazu auf, ihre Vorbereitungen für den Fall eines harten Brexit abzuschließen.

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