Letztes Update am Fr, 05.04.2019 13:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien wegen Lage in Libyen besorgt - Angst vor Flüchtlingswelle



Rom (APA) - Italien beobachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in Libyen, wo die Truppen des Generals Khalifa Haftar auf weniger als 30 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis vorgerückt sind. Die italienische Regierung befürchtet, dass es wegen der Gewalteskalation in dem nordafrikanischen Land zu einer neuen Flüchtlingswelle in Richtung Italien kommen könnte.

Der italienische Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini zeigte sich wegen der Situation in Libyen sehr besorgt und forderte eine Deeskalation. „Ich hoffe, dass niemand sich aus wirtschaftlichen Interessen eine Lösung mit Waffengewalt in Libyen wünscht, was verheerend wäre“, sagte Salvini nach Angaben italienischer Medien

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani rief die EU zum Einsatz auf, um jegliche Gewalt in Libyen zu stoppen. „Wir müssen in Libyen eine neue Migrationskrise verhindern. Die EU muss sofort aktiv werden. Es darf zu keiner militärischen Lösung für die libysche Krise kommen“, erklärte Tajani in einer Presseaussendung am Freitag.

Ein neuer Konflikt in Libyen würde viele Menschenleben kosten und der Bevölkerung und dem Land riesigen Schaden zufügen. „Uns droht auch eine neue Migrationskrise mit einem starken Zuwachs der Flüchtlingsströme in Richtung Italien und den Mittelmeerländern. Die EU muss sich sofort um eine friedliche und demokratische Lösung bemühen“, sagte der Italiener.

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Die Rebellen der Libyschen Nationalen Armee (LNA) rücken derzeit immer weiter auf die Hauptstadt Tripolis vor. Der international anerkannte Ministerpräsident Fayez al-Serraj regiert von Tripolis aus, während Milizenchef Haftar mit seiner LNA den Osten des Landes und inzwischen Teile des Südens kontrolliert. In Libyen herrscht seit dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 ein Bürgerkriegschaos.




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