Letztes Update am Fr, 05.04.2019 15:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


In Deutschland streiken Bankangestellte, in Österreich Proteste



Wien (APA/dpa) - Nach Kundgebungen in mehreren deutschen Bundesländern am Freitag will die Gewerkschaft Verdi auch kommende Woche die Warnstreiks von Bankangestellten fortsetzen. Es seien „unter anderem Beschäftigte in Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen und im Saarland zu Warnstreiks aufgerufen“, teilte die Gewerkschaft mit. Auch in Berlin werde es zu Aktionen kommen. Es geht wieder um höhere Gehälter.

Auch in Österreich ist die laufende Banken-Kollektivvertragsverhandlungsrunde für die Bankangestellten ins Stocken geraten und wird seit Tagen von Protesten vor und in Bankfilialen begleitet. Als nächsten Verhandlungstermin haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer den 23. April genannt. Zuletzt hatten die Arbeitgeber eine Erhöhung der Gehälter um 2,66 Prozent angeboten.

In Deutschland hatte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag zu bundesweiten Warnstreiks an verschiedenen Tagen im April in mehreren Städten aufgerufen. Am Mittwoch hatten Bankmitarbeiter in Hamburg den Auftakt gemacht. Am Freitag haben sich einem Verdi-Sprecher zufolge bundesweit etwas mehr als 3.000 Bankangestellte an Warnstreiks beteiligt, unter anderem in Berlin, München und Wiesbaden. „Die Teilnehmer bundesweit hätten „deutlich gemacht, dass sie die Forderungen ihrer Gewerkschaft unterstützen“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister.

Nach Angaben des Arbeitgeberverbands des privaten Bankgewerbes (AVG Banken) waren die Auswirkungen für Kunden insgesamt überschaubar. In Berlin blieb zwar jede zweite Sparkassen-Filiale geschlossen. Die Automaten in den sogenannten SB-Räumen stünden aber in der ganzen Stadt wie gewohnt zur Verfügung, sagte ein Sparkassen-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit verhandeln die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter der privaten und öffentlichen Banken in Deutschland für etwa 200.000 Beschäftigte einen neuen Tarifvertrag. Verdi will unter anderem 6 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mehr Urlaub, kürzere Arbeitszeiten und einen verbindlichen Anspruch auf Weiterbildung durchsetzen. Am 11. April verhandeln die Parteien weiter.




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