Letztes Update am Fr, 05.04.2019 15:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Militär: Zwei Zivilisten bei Luftangriff in Somalia 2018 getötet



Washington/Mogadischu (APA/dpa) - Das US-Militär hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff gegen die Terrormiliz Al-Shabaab in Somalia im April 2018 zwei Zivilisten getötet. Der Angriff hatte sich gegen die Terrorgruppe in der Nähe von El Burr im Zentrum des Landes gerichtet, wie das US-Afrikakommando (Africom) am Freitag mitteilte. Dabei seien vier Kämpfer von Al-Shabaab und zwei Zivilisten getötet worden. Allerdings sei die Zentrale von Africom erst vergangenen Samstag darüber informiert worden.

Der Luftangriff wurde demnach bereits im April 2018 intern untersucht und dabei wurden „glaubwürdige Beweise“ für den Tod der zwei Zivilisten gefunden. Der Africom-Zentrale seien die Ermittlungsergebnisse aber nicht korrekt mitgeteilt worden, hieß es. So sei es dazu gekommen, dass ranghohe Mitglieder des Kommandos vor dem US-Kongress und Medien aussagten, US-Streitkräfte hätten keine Zivilisten in Afrika getötet. Der Fehler in der Kommunikation werde aufgearbeitet, hieß es.

Human Rights Watch hatte dem US-Militär vergangenen Monat in einem Bericht vorgeworfen, bei gegen Al-Shabaab gerichteten Luftangriffen mindestens 14 Zivilisten getötet und acht verletzt zu haben. Die Organisation bezog sich in dem Bericht auf fünf Luftangriffe zwischen April 2017 und Dezember 2018. Das US-Militär wies die Vorwürfe zurück. Der Vorfall vom April 2018, bei dem zwei Zivilisten getötet wurden, werde in dem Amnesty-Bericht nicht erwähnt.

Seit Jahren unterstützt das US-Militär die somalische Regierung im Kampf gegen Al-Shabaab mit Luftangriffen. Unter Präsident Donald Trump ist die Zahl der Angriffe drastisch angestiegen. Al-Shabaab kämpft in dem verarmten Land am Horn von Afrika um die Vorherrschaft. Die mit Al-Kaida verbundenen sunnitischen Fundamentalisten kontrollieren weite Teile Süd- und Zentral-Somalias und verüben immer wieder Anschläge.




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