Letztes Update am Sa, 06.04.2019 08:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmigration: Löger sieht Vor- und Nachteile für beide Seiten



EU-weit/Bukarest (APA) - Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) sieht bei der Arbeitsmigration innerhalb der EU „Vor- und Nachteile für beide Seiten“. Zur Studie über Arbeitsmigration für den EU-Finanzministerrat am Samstag in Bukarest erklärte Löger, es seien Strukturreformen in den von einem „brain drain“ betroffenen Ländern notwendig. Kein Rütteln werde es jedenfalls an der Freizügigkeit der Arbeitnehmer in der EU geben.

Die Studie von CEPS (Center for European Policy Studies) sei eine sehr gute Informationsbasis. „Wir erkennen in der Grundlage, dass es natürlich für beide Seiten Vorteile und Nachteile gibt. Auch für Österreich nehmen wir wahr, dass es Vorteile hat, wenn Talente aus Europa nach Österreich kommen. Wir brauchen diese auch als Fachkräfte für die österreichische Wirtschaft. Auf der anderen Seite steigt der Bedarf auch im Sinn budgetärer Kosten, was die Integration betrifft“.

Der Finanzminister verwies gleichzeitig darauf, dass „umgekehrt Länder hier Arbeitskräfte und Talente verlieren“. Gleichzeitig gebe es Rückflüsse letztlich auch aus den Einkommen in anderen Ländern. „So wird es notwendig sein, hier durchaus offen und konstruktiv zu diskutieren“.

Mit Strukturreformen in betroffenen Ländern sollte sich aber auch die „Abwanderung abschwächen“. Solche Reformen seien in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Innovation und Entwicklung notwendig, damit auch in diesen Staaten eine Stärkung ihrer Wirtschaft erreicht werde.

Angesprochen darauf, ob an der Freizügigkeit der Arbeitnehmer gerüttelt werde, winkte Löger entschieden ab. „Aus meiner Sicht ist das ein Grundrecht und einer der wichtigsten Pfeiler auch unseres Binnenmarktes in der EU. Und ganz besonders auch im Bereich einer Währungsunion, wo wir gefordert sind, auch gemeinsam diese Offenheit zu leben. Das ist ein wichtiger Faktor für Europa“.




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